Klimaschutz CO2-freie Kraftstoffe gehören in den Pkw

Bei der Umsetzung der Klimaschutzziele im Straßenverkehr muss technologieoffen vorgegangen werden, meint der ADAC. Ein CO2-neutraler Straßenverkehr lasse sich nur mit einer Kombination aller zur Verfügung stehender Möglichkeiten erreiche.

ADAC-Technikpräsident Karsten Schulze unterstreicht die Bedeutung alternativer Kraftstoffe für den Klimaschutz: »Millionen Verbrenner sind auf deutschen Straßen unterwegs und haben noch eine lange Lebensdauer vor sich. Wenn die Klimaschutzziele im Verkehr erreicht werden sollen, braucht es eine Lösung für diesen Bestand.«

Vor allem auf E-Fuels und Wasserstoff aus regenerativen Quellen setzt der ADAC langfristig große Erwartungen. Für beide sprechen die gute Speicherfähigkeit sowie Synergieeffekte im Rahmen der Sektorkopplung von Strom, Wärmemarkt und Verkehr. »Insofern ist es gut, dass sich die Bundesregierung mit der neuen Wasserstoffstrategie der Verwendung von Wasserstoff beim Pkw öffnet«, sagt Schulze. Dies geschehe allerdings noch sehr zaghaft.

Weitere Instrumente zur Förderung eines klimaneutralen Verkehrs sieht der ADAC in einer Reform der Kfz-Steuer, die konsequent an CO2-Emissionen anknüpft. Der vorliegende Gesetzentwurf der Bundesregierung stellt einen grundsätzlich vertretbaren Kompromiss zwischen Anreizen für mehr Klimaschutz und bezahlbarer Mobilität dar. Insbesondere begrüßt der ADAC, dass die Bundesregierung einen steuerlichen Bonus sowohl für elektrische wie auch für nicht-elektrische Fahrzeuge mit niedrigen CO2-Emissionen in ihren Vorschlag aufgenommen hat. Klar ist aber auch, dass es für einige Halter teurer wird.

Forderungen nach einer weiteren Verschärfung des Gesetzentwurfs sieht der ADAC sehr kritisch. Denn auf die Autofahrer werden ab 2021 auch durch die CO2-Bepreisung zusätzliche Belastungen zukommen. Zudem ist die Kfz-Steuer bereits durch die Umstellung des Prüfverfahrens zur Ermittlung der CO2-Emissionen von NEFZ auf WLTP für die meisten Pkw seit September 2018 teurer geworden.

Für entscheidend hält der ADAC Technikpräsident hingegen eine höhere Attraktivität des ÖPNV sowie eine Verbesserung der Radinfrastruktur. Dabei dürfe jedoch nicht übersehen werden, dass ein Verzicht auf das Auto nicht überall realisierbar ist, beispielsweise im ländlichen Raum. »Lösungen müssen für und nicht gegen die Menschen gefunden werden, denn das Auto wird auf lange Sicht die Mobilität mitbestimmen«, betont Schulze.