Coronakrise BMW Group plant in Szenarien

Die BMW-Welt in München.
Die BMW-Welt in München.

Die BMW Group hat ein Konzept erarbeitet, um während der Corona-Pandemie jederzeit reaktions- und handlungsfähig zu bleiben. Dabei geht das Unternehmen davon aus, dass die Folgen der Pandemie die gesamte Automobilindustrie auf mittlere Sicht beeinträchtigen werden.

Die BMW Group plant nun in Szenarien und ist vorbereitet, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, um ihre finanzielle Position abzusichern und weiterhin aus eigener Kraft durch diese Phase zu steuern.

»Klar ist: Die Situation bleibt ernst und Marktprognosen sind im aktuellen Umfeld nur unter Einschränkungen möglich. Wir fahren unsere Produktion abhängig von der marktspezifischen Nachfrage schrittweise wieder hoch – aber wir beobachten die Entwicklung mit höchster Aufmerksamkeit, um flexibel reagieren zu können«, sagte der Vorstandsvorsitzende von BMW, Oliver Zipse. »Wir steuern unseren Lagerbestand sehr eng, denn Liquidität hat in dieser Situation absolute Priorität.«

Gleichzeitig nimmt die BMW Group ihre Verantwortung als Arbeitgeber und Teil der Gesellschaft wahr: Sie ergreift Maßnahmen zum Schutz und der Gesundheit ihrer Mitarbeiter sicher und versucht dadurch, die bestmögliche Balance für die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens zu gewährleisten. Zudem unterstützt sie Behörden bei der Beschaffung von medizinischer Schutzausrüstung, stellt Hilfsorganisationen Fahrzeuge zur Verfügung und beginnt selbst mit der Fertigung von Atemschutzmasken.

Elektrifizierung wie geplant

Bezüglich der Elektromobilität und anderen Trends wie autonomem Fahren äußert sich Zipse folgendermaßen: »Wir glauben weiter an unsere erfolgreiche Zukunft und investieren entsprechend. Wir elektrifizieren unsere Flotte wie geplant. Beim hochautomatisierten Fahren machen wir keine Kompromisse. Unser iNext soll Level 3 auf Autobahnen bieten. Wir investieren weiter in die Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie. Denn unser Geschäftsmodell steht durch die Pandemie nicht infrage. Es wird auch nach dieser Krise zukunftsfähig sein und weiterhin von Technologie und Innovation leben.«

Entsprechend investiert das Unternehmen weiter in den Ausbau seiner Kompetenzen für zukünftige Technologiefelder. Bis 2025 plant die BMW Group, mehr als 30 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aufzuwenden.

Bekenntnis zu CO2-Zielen

Das Unternehmen beabsichtigt, auch in diesem Jahr das vorgegebene CO2-Flottenziel seiner europäischen Neuwagenzulassungen zu erreichen, das um rund 20 % unter der Vorgabe aus dem Jahr 2019 liegt. Dieser Schritt soll zu einem Drittel durch Verbesserungen der konventionellen Antriebe und zu zwei Dritteln durch mehr elektrifizierte Fahrzeuge erreicht werden. Zipse bekräftigte: »Wir stehen unverändert zu den vereinbarten CO2-Zielen in der Europäischen Union sowie zur Einführung der Abgasstufe Euro 6d.«

Investitionen mit Augenmaß

Auch im ersten Quartal 2020 wurden substanzielle Vorleistungen getätigt – bei gleichzeitiger Kosten- und Kapitaldisziplin. Die Kosten für Forschung und Entwicklung lagen per März mit 1380 Mio. Euro weiter auf hohem Niveau (Vorjahr: 1396 Mio. Euro / -1,1 %). Die Investitionen in Sachanlagen und übrige immaterielle Vermögenswerte beliefen sich im ersten Quartal auf 687 Mio. Euro (Vorjahr: 999 Mio. Euro / -31,2 %).

»Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation werden wir einige Projekte verschieben oder noch einmal auf den Prüfstand stellen. Wir gehen daher davon aus, unsere Investitionen von knapp 5,7 Milliarden Euro im Vorjahr auf unter 4 Milliarden Euro in 2020 abzusenken«, sagte Nicolas Peter, Mitglied des Vorstands von BMW, Finanzen. »Die BMW Group hat ihre ohnehin starke Liquiditätsposition zum Quartalsende noch einmal auf knapp 19 Mrd. Euro erhöht. Wir verfügen weiterhin über das beste Rating aller europäischen Automobilhersteller und das zweitbeste weltweit. Dank unserer nach wie vor guten Bonität profitieren wir weiterhin von einem sehr guten Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten.«