Schatten der Diesel-Krise Autobranche diskutiert über Zukunft

Zahlreiche Autos stehen auf einem Parkplatz.
Zahlreiche Autos stehen auf einem Parkplatz.

Große Sorgen belasten die Autoindustrie. Ein Branchengipfel will nun in Nürtingen einige Probleme ansprechen.

Fahrverbote und Nachrüstungen für Diesel-Fahrzeuge, CO2-Ziele der EU – die Hiobsbotschaften für die Autoindustrie reißen nicht ab. Die Branche steht vor einem fundamentalen Wandel. Doch ist der Ausstieg aus Technologien wie dem Diesel oder sogar allen Verbrennungsmotoren die Lösung? Am Donnerstag (9.00 Uhr) widmet sich ein Branchengipfel der Zukunft der Autoindustrie in Nürtingen dem Thema. Geladen sind neben dem Porsche-Chef Oliver Blume auch der Skoda-Chef Bernhard Maier und der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes.

Der Sportwagenbauer Porsche hatte jüngst den Ausstieg aus dem Diesel angekündigt. Bis 2025 sollen 50 Prozent der verkauften Porsche reine Elektroautos sein. Der Nischenanbieter sticht mit seinen ehrgeizigen Zielen in der deutschen Branche heraus. BMW und Daimler wollen 2025 etwa 15 bis 25 Prozent ihres Absatzes mit Elektroautos bestreiten. Volkswagen will in dem Jahr eine Million E-Fahrzeuge verkaufen.

Das kommt nicht ganz freiwillig. Denn während in Deutschland noch vor allem über Fahrverbote für Diesel diskutiert wird, werden auf EU-Ebene strengere CO2-Ziele für die verkauften Flotten der Autohersteller diskutiert. Manche Länder nehmen sich bereits ein Aus für alle Verbrennungsmotoren – also Diesel und Benziner – vor. Nach Frankreich, Belgien und Norwegen kündigte zuletzt Dänemark an, von 2030 an keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr zuzulassen.

Nach Einschätzung von Stefan Reindl vom Institut für Automobilwirtschaft der Hochschule Geislingen – dem Ausrichter des Branchengipfels – wird schon ein Ausstieg aus dem Diesel »anspruchsvoll für die Branche«. Denn die Produktion für Elektroautos wird erstmal teurer für die Hersteller, gleichzeitig können die nicht teuer verkauft werden. »Ein Ausstieg aus dem Diesel, wie ihn Porsche plant, lässt sich nicht auf andere Hersteller übertragen«, prognostiziert Reindl.