Ernst & Young Aufschwung auf dem deutschen Automarkt gewinnt weiter an Kraft

Der deutsche Neuwagenmarkt hat im März abermals deutlich – um neun Prozent – zugelegt. Bemerkenswert ist dabei der erneute starke Anstieg der gewerblichen Zulassungen, die im März etwa 207.000 stiegen und damit um elf Prozent zulegten.

Auch die privaten Neuzulassungen stiegen im März – nach deutlichen Rückgängen in den Vormonaten. Im März legten die Neuzulassungen auf Privatpersonen um fünf Prozent zu, im bisherigen Jahresverlauf ist aber ein Rückgang um gut ein Prozent zu verbuchen.

Gestiegen sind zuletzt allerdings auch die sogenannten taktischen Zulassungen, also die Eigenzulassungen der Hersteller und Autohändler, die zum Teil als Vorführwagen genutzt werden, die vielfach aber auch als Tageszulassungen oder junge Gebrauchte von Privatpersonen gekauft werden – mit kräftigem Preisabschlag. So stieg die Zahl taktischer Zulassungen im Januar und Februar dieses Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp 13 Prozent und damit deutlich stärker als der Gesamtmarkt, der in diesem Zeitraum nur um knapp fünf Prozent zulegte. Der Anteil der taktischen Zulassungen an allen Pkw-Neuzulassungen stieg von 23,3 auf 25,1 Prozent.

Die steigende Zahl taktischer Zulassungen ist laut Ernst & Young eine Reaktion der Autobranche auf die – trotz günstiger konjunktureller Rahmenbedingungen – anhaltende Zurückhaltung der Deutschen beim Neuwagenkauf. Der schon seit mehreren Monaten andauernde Anstieg der gewerblichen Zulassungen ist übrigens nicht nur auf den Anstieg der taktischen Zulassungen zurückzuführen: Zwar stiegen die taktischen Zulassungen von Jahresbeginn bis Ende Februar um 12,6 Prozent – die darum bereinigten Neuzulassungen auf Unternehmen legten immerhin noch um 9,1 Prozent zu.

Insgesamt zeigt der Trend auf dem deutschen Automarkt derzeit nach oben: Für das Gesamtjahr rechnet Ernst & Young mit einem Anstieg der Neuwagenkäufe um mindestens 3 Prozent – allerdings nur, wenn weiter eine Eskalation der Eurokrise – Stichwort Grexit – und eine Ausweitung des Ukraine-Konflikts vermieden werden kann. Andernfalls könnten sich die Kauflaune der deutschen Konsumenten und die Investitionsbereitschaft der Unternehmen schnell wieder eintrüben.