VdTÜV-Umfrage Aggressivität im Straßenverkehr erheblich gestiegen

Laut einer repräsentativen Umfrage des TÜV-Verbandes beobachten Verkehrsteilnehmer immer mehr Aggression im Straßenverkehr.
Laut einer repräsentativen Umfrage des TÜV-Verbandes beobachten Verkehrsteilnehmer immer mehr Aggression im Straßenverkehr.

67 Prozent der Bundesbürger sind der Meinung, dass das Aggressionslevel im Straßenverkehr innerhalb der letzten fünf Jahren rasant gewachsen ist. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbandes. Dieser sieht Handlungsbedarf gegen aggressives Verhalten im Straßenverkehr.

Von Drängeln, Hupen über Schneiden bis hin zu handfesten Auseinandersetzungen: 67 Prozent der Bundesbürger sind der Ansicht, dass das Aggressionslevel im Straßenverkehr in den vergangenen fünf Jahren gestiegen ist. Fast ein Drittel (31 Prozent) aller Befragten hat einen starken Anstieg beobachtet, 36 Prozent einen leichten Zuwachs. 20 Prozent geben an, dass sich das Aggressionslevel im Straßenverkehr in den vergangenen fünf Jahren nicht verändert hat. Nur 3 Prozent der Befragten sagen, dass es gesunken ist. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbandes unter 1.000 Personen ab 16 Jahren ergeben. »Viele Verkehrsteilnehmer machen ihrem Ärger lautstark Luft. Das kennt wohl jeder«, so Marc-Philipp Waschke, Verkehrssicherheitsexperte beim TÜV-Verband. »Das eigentliche Problem ist ein relativ kleiner Personenkreis, der sich und andere immer wieder massiv gefährdet. Diese Personen neigen zu riskanten Überholmanövern, schneiden andere, fahren viel zu dicht auf oder deutlich zu schnell. Dieses Fahrverhalten ist lebensgefährlich.« Laut Umfrage gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen: 78 Prozent der über Sechzigjährigen beobachten einen Anstieg des Aggressionslevels, jedoch nur gut die Hälfte (54 Prozent) der 16- bis 29-Jährigen.

Aus Sicht des TÜV-Verbands sollte stärker gegen aggressives Verhalten im Straßenverkehr vorgegangen werden. Eine wichtige Maßnahme in diesem Zusammenhang ist die Einführung von verpflichtenden Fahreignungsseminaren für Auto- und Motorradfahrern, die wegen Verkehrsverstößen bereits sechs oder sieben Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg gesammelt haben. Laut Kraftfahrt-Bundesamt belief sich dieser Kreis 2019 auf rund 40.000 Personen. Aktuell ist der Besuch der Seminare noch freiwillig.

Der diesjährige Deutsche Verkehrsgerichtstag hat zur Reduzierung von Aggressivität im Straßenverkehr weitere Maßnahmen empfohlen. Bereits im Rahmen der schulischen Verkehrserziehung erlernen Schüler ein respektvolles Verkehrsverhalten. Diese sollte daher ausgebaut und weiterentwickelt werden. Kraftfahrer sollten außerdem verstärkt an Programmen wie Anti-Aggressions-Trainings teilnehmen, wenn sie durch bedrohliche Verhaltensweisen auffallen.