BMW Quartalszahlen 2 Milliarden weniger Umsatz im 1. Halbjahr

1. Halbjahr 2018 für BMW: Mehr Absatz, weniger Umsatz.
1. Halbjahr 2018 für BMW: Mehr Absatz, weniger Umsatz.

Währungsschwankungen machen dem BMW Konzern zu schaffen. Trotz einer Absatzsteigerung brach der Umsatz um knapp zwei Milliarden Euro ein. Investiert wird weiterhin stark in Elektromobilität und den Geschäftsausbau in China.

2018 verkaufte BMW bisher rund 1,25 Millionen Fahrzeuge. Das sind rund 40.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz lag mit 47,718 Milliarden Euro aber vier Prozent unter den 49,691 Milliarden des Vorjahres – ein Rückgang von zwei Milliarden Euro. Die Ursache sieht der Konzern in Währungseffekten. Darum bereinigt, beträgt die Differenz nur noch -0,3 Prozent, so der Geschäftsbericht.

In diesem Zusammenhang sprach Vorstandsmitglied Nicolas Peter von »volatilen Zeiten«, in denen BMW weiterhin der profitabelste Hersteller bleibe. Die großen Zukunftsinvestitionen bleiben die Elektromobilität, autonomes Fahren und das Geschäft in China.

Der Absatz an elektrifizierten BMWs und Minis ist um 42,5 Prozent gestiegen. Seit Jahresbeginn wurden 60.660 Fahrzeuge verkauft, 140.000 sollen es über das gesamte Jahr werden. Für die zweite Jahreshälfte soll das Elektromobilitäts-Flaggschiff iNext als Visionsfahrzeug der Öffentlichkeit vorgestellt und ab 2021 in Dingolfing produziert werden.

Verstärkt wurden die Investitionen in Forschung und Entwicklung. Mit 2,61 Milliarden Euro wurden im ersten Halbjahr 2018 etwa 300 Millionen Euro mehr investiert als im Vorjahreszeitraum. Über das gesamte Jahr strebt BMW einen F&E-Anteil von 7 Prozent des Umsatzes an.

Produktionsausbau in China und Europa

In China treibt der Automobilhersteller das Joint Venture »BMW Brilliance Automotive« (BBA) voran, das mit der Brilliance Automotive Group geschlossen wurde. Die Fertigung des iX3, dem ersten vollelektrischen Kernmodell von BMW, wird 2020 in den chinesischen Standorten von BBA beginnen. Das Modell ist auch für den Export in andere Märkte vorgesehen.

In China werden auch elektrische Minis produziert. Eine Vereinbarung über ein 50:50 Joint-Venture wurde mit dem chinesischen Hersteller Great Wall Motor unterzeichnet. Die Gründung steht noch unter Vorbehalt der Zustimmung der chinesischen Behörden.

In Europa entsteht ein neues Werk in Ungarn für die Produktion von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor und elektrifiziertem Antrieb. Konzipiert wird es für rund 1.000 Mitarbeiter, die jährlich 150.000 Fahrzeuge herstellen sollen. Dafür investiert der bayerische Fahrzeugbauer eine Milliarde Euro in den Standort nahe der Stadt Debrecen.

Der Software-Bereich wird durch ein weiteres Kooperationsprojekt gestärkt: Zusammen mit dem Software-Entwickler Critical Software wird das Joint-Venture €»Critical TechWorks€« gegründet, ebenfalls unter Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörde. Critical Software mit Hauptsitz in Coimbra, Portugal, beschäftigt 450 Mitarbeiter und erwirtschaftet jährlich 30 Millionen Euro Umsatz.