Reisebericht Taiwans große Liebe zur Elektromobilität

Mit einem enormen finanziellen Aufwand forciert die taiwanesische Regierung die Elektromobilität im eigenen Land. Mehr als 75 Unternehmen profitieren davon, um gleich nach China auch den europäischen Markt erobern zu können. Gemeinsam mit dem Taiwan External Trade Development -Council haben wir die führenden Unternehmen vor Ort besucht.

Die Geschwindigkeitsanzeige am Luxgen EV+ funktioniert nicht, sie bleibt schwarz. Leo Chang kümmert‘s nicht: Der Luxgen EV+ ist eben noch ein Prototyp und soll heute auf der Zhongxing Road mitten in Taipeh Taiwans Hoffnung auf eine führende Rolle in der Elektromobilität demonstrieren. So fährt Leo Chang, General Manager Electric Vehicle von Luxgen, der jüngsten taiwanesischen Automarke, zügig die öffentliche Straße entlang, überholt mal rechts, mal links. Wie schnell er dabei fährt, bleibt ein Rätsel.

Mit welchem Tempo die kleine Insel mit ihren knapp 23 Mio. Einwohnern die Elektromobilität vorantreiben will, daraus macht Jerry Wang keinen Hehl. „In drei Jahren wollen wir mehr als 60.000 elektrisch betriebene Autos auf unseren Straßen sehen“, sagt er. Jerry Wang ist Director des Intelligent Electrical Vehicles Promotion Office of Ministry of Economic Affairs und sieht sein Land auf dem besten Weg in eine moderne Mobilität. Und koste es was es wolle, investiert die taiwane-sische Regierung bis 2015 rund 300 Mio. US-Dollar in die privaten Forschungs- und Entwicklungsabteilungen des Landes.

Damit gibt das Land den Startschuss für ein nationales Kompetenzwettrennen, an dem rund 75 private Unternehmen teilnehmen. Diese bilden unter dem Dach des Taiwan Automotive Research Consortiums (TARC) vier F&E-Allianzen. Mit Hochdruck arbeiten dort die führenden Köpfe der Insel an integrierten elektrischen Antrieben, Leichtbaukarosserien und an sicheren Lithium-Ionen-Batterien. Aber auch an Geschäftsmodellen wird gefeilt, mit der sich die Industrie langfristig attraktive Einnahmen sichern will.