Forschung VW präsentiert INTERACTIVE auf EU-Ebene

Die Volkswagen Konzernforschung hat das Forschungsprojekt INTERACTIVE während der EUCAR Jahreskonferenz 2011 in Brüssel präsentiert und dem EU-Vizepräsidenten Siim Kallas das entsprechende Forschungsfahrzeug vorgestellt.

Dazu Prof. Dr. Jürgen Leohold, Leiter der Volkswagen Konzernforschung und Mitglied des EUCAR Councils: „Volkswagen sieht das Projekt INTERACTIVE als wichtigen Beitrag zur weiteren Reduzierung der Getöteten und Verletzten im Straßenverkehr. Erklärtes Unternehmensziel ist es, die Systeme zur Unfallschwereminderung und -vermeidung auch in den kleineren Fahrzeugklassen auf Basis kostengünstiger Komponenten anzubieten. So wird der Volkswagen Konzern seiner Verantwortung gerecht und trägt zu einer Demokratisierung der Fahrzeugsicherheit bei.“

VW entwickelt im Rahmen von INTERACTIVE ein System zur Unfallfolgenminderung mit der zusätzlichen Möglichkeit eines Lenkeingriffs. Dieser Lenkeingriff erfolgt dabei zu einem Zeitpunkt, an dem der Fahrer den Unfall nicht mehr vermeiden kann, aber die Unfallfolgen noch reduzierbar sind. Neben einer Reduktion der Kollisionsgeschwindigkeit wird dadurch auch die Kompatibilität mit dem Kollisionsgegner verbessert. Eine große Herausforderung ist dabei die Berücksichtigung von Kollisionsszenarien, die über den heutigen Auffahrunfall hinausgehen. So sollen auch Unfälle mit dem Gegenverkehr und mit Querverkehr berücksichtigt werden. Bei entsprechend hohem Unfallrisiko wird der Fahrer zunächst vor der drohenden Kollision gewarnt, um durch seine Fahrerreaktion die Kollision zu vermeiden. Dabei wird der Fahrer beim Bremsen durch den Bremsassistenten optimal unterstützt. Erfolgt keine Fahrerreaktion, wird in Abhängigkeit von einer Vielzahl von Kollisionsparametern einige Hundert Millisekunden vor der dann nicht mehr vermeidbaren Kollision über die richtige Auslösestrategie zur Ansteuerung von Bremse und Lenkung entschieden.

Das europäische Forschungsprojekt INTERACTIVE (Accident avoidance by active intervention for Intelligent Vehicles) läuft vom Januar 2010 bis Juni 2013. In der Initiative arbeiten 27 Unternehmen aus der Automobil- und Zuliefererbranche sowie Forschungsinstitute zusammen.