70 Jahre Schaeffler Von Holzknöpfen zum Weltkonzern

Den Grundstein für die heutige Unternehmensgruppe legten 1946 die Brüder Dr. Wilhelm Schaeffler (links) und Dr.-Ing. E.h. Georg Schaeffler
Die Brüder Dr. Wilhelm Schaeffler (links) und Dr.-Ing. E.h. Georg Schaeffler legten vor 70 Jahren den Grundstein für den globalen Automobil- und Industriezulieferer.

Vor 70 Jahren legten die Brüder Schaeffler den Grundstein für den heutigen Weltkonzern. Zuerst produzierten sie verschiedene Holzartikel wie Knöpfe und Leitern, doch schon nach wenigen Jahren brachte Georg Schaeffler die Erfolgsgeschichte des Automobilzulieferers mit dem INA-Nadelkäfig ins Rollen.

Die Schaeffler-Gruppe wird 70. Im April 1946 legten die Brüder Schaeffler mit der Gründung der »Industrie GmbH« in Herzogenaurach den Grundstein für das heutige Unternehmen. Noch immer befindet sich dort der Hauptsitz der Schaeffler-Gruppe. Drei Jahre später – 1949 erfand Georg Schaeffler den INA-Nadelkäfig und damit begann der Aufstieg des Unternehmens. Bald darauf produzierte Schaeffler das käfiggeführte Nadellager in großen Mengen - insbesondere für die deutsche Automobilindustrie. Heute ist die Schaeffler Gruppe global als Automobil- und Industriezulieferer tätig und beschäftigt weltweit rund 84.000 Mitarbeitern.

Die Geschichte der Schaeffler-Gruppe begann in Katscher in Oberschlesien. Dr. Wilhelm Schaeffler übernahm dort ein Textilunternehmen, das später auch Metallprodukte fertigte. Nach einer Zwischenstation in Schwarzenhammer im Fichtelgebirge kamen die Gebrüder Schaeffler 1946 nach Herzogenaurach. Für ihr Unternehmen suchten sie dort ein Grundstück mit Gleisanschluss. Zu dieser Zeit brauchte Herzogenaurach dringend Arbeitsplätze. Also verkaufte die Stadt den Brüdern ein geeignetes Grundstück unter der Zusage, dass sie innerhalb eines Jahres 120 Arbeitsplätze schaffen würden. Ein Jahr später beschäftigte die neu gegründete Industrie GmbH bereits 193 Mitarbeiter. Anfangs stellte das Unternehmen Holzartikel für den täglichen Bedarf her: Leitern, Kinderroller, Gürtelschnallen und Knöpfe. In Schwarzenhammer wurden zusätzlich umbaufähige Handwagen produziert. Bald kamen Metallprodukte hinzu wie Gewindeschneidbacken, Gelenkkreuzbüchsen und Nadellager für den Ersatzteilbedarf. Aus dieser Anfangszeit stammt auch die Markenabkürzung INA für »Industrie-Nadellager«. Erkundigten sich Mitarbeiter nach der Bedeutung übersetzte Georg Schaeffler die Abkürzung später als »Immer neue Aufgaben«.

Das Besondere an dem INA-Nadelkäfig waren die achsparallel geführten Wälzkörper. Gegenüber den zuvor eingesetzten Nadellagern galt die neue Bauart als kompakter, leichter, zuverlässiger und ermöglichte höhere Drehzahlen. Dadurch gelang dem INA-Nadellager der industrielle Durchbruch. 1950 war das Wälzlager serienreif. Im September 1950 wurde der INA-Nadelkäfig zum Patent angemeldet. Schon drei Jahre später war in fast jedem deutschen Auto ein Nadellager von Schaeffler eingebaut.

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70 Jahre Schaeffler

1946 legten die Brüder Schaeffler den Grundstein für den heutigen Weltkonzern.

Ab 1951 wurde das Unternehmen auch international aktiv. In Llanelli in Großbritannien begann1957 das erste Auslandswerk mit der Produktion. Zwei Jahre später folgte Schaeffler dem Kunden Volkswagen nach Brasilien und eröffnete dort ein neues Werk. Durch eine Unternehmensbeteiligung erfolgte mitte der 60er Jahre der Eintritt in den US-Markt. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 kamen außerdem Standorte in Osteuropa und in Asien hinzu. Heute verfügt Schaeffler mit rund 170 Standorten in über 50 Ländern.

Seit dem Tod von Georg Schaeffler im Jahr 1996 führen seine Frau Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann und Sohn Georg F. W. Schaeffler als alleinige Gesellschafter gemeinsam mit dem Management das Unternehmen erfolgreich weiter. 2009 übernahm die Schaeffler-Gruppe die Mehrheit an der Continental AG und ist heute Hauptanteilseigner an dem Unternehmen. Seit 2013 ist Klaus Rosenfeld der Vorstandsvorsitzende der Schaeffler AG. Mit dem Strategiekonzept »Mobilität für morgen« konzentriert sich Schaeffler sparten- und regionenübergreifend auf »Umweltfreundliche Antriebe«, »Urbane Mobilität«, »Interurbane Mobilität« sowie »Energiekette«.