Fahrerassistenzsysteme Vom automatischen Notbremssystem bis zum selbstparkenden Auto

Die Fahrzeugdichte steigt seit Jahren und damit die Gefahr von Unfällen. Die Hauptunfallursache: Der Fahrer selbst. Abhilfe schaffen Fahrerassistenzsysteme, die immer leistungsfähiger werden.

Nach Schätzung der Vereinten Nationen, die sich aus statistischen Werten ergibt, wird die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 auf 1,9 Millionen steigen. Ziel ist es, diesen Wert um die Hälfte zu reduzieren. Das wird sich vermutlich nur mit dem Einsatz von Fahrerassistenzsystem realisieren lassen. „Assistenzsysteme machen das Autofahren sicherer, entspannter und umweltfreundlicher“, fasst Gerhard Steiger, Vorsitzender des Bosch-Geschäftsbereichs Chassis Systems Control deren Vorteile kurz zusammen. Mit neuen Funktionen und verbesserten Sensoren will der Automobilzulieferer die Entwicklung dieser Systeme weiter vorantreiben. Es wird erwartet, dass der Markt weltweit für Sicherheits- und Komfortfunktionen im Auto wächst, bis 2017 wird hier eine Rate von 30 Prozent erwartet.

Daher setzt das Unternehmen auf zwei Ansätze: Zum einen, soll der Fahrernutzen durch die Entwicklung neuer Assistenzsysteme erlebbar werden, die das Autofahren sicherer und komfortabler machen. Zum anderen sollen bereits bestehende Systeme kosteneffizienter gestaltet werden, damit ihre Verbreitung zunimmt: „Nur weit verbreitete Sicherheitstechnik bringt den notwendigen Beitrag auf dem Weg zum unfallfreien Fahren“, betont Gerhard Steiger. Insbesondere automatische Notbremssysteme können die Unfallzahlen und -schwere deutlich reduzieren. Bosch hat Notbremssystem so erweitert, dass es auch bei niedrigen Geschwindigkeiten durch automatisches Bremsen unterstützt. Wird der Radarsensor durch einen Videosensor ergänzt, kann das System nicht nur Fahrbahnmarkierungen und Verkehrsschilder erkennen, sondern in Verbindung mit der elektrischen Lenkunterstützung vor dem Verlassen der Fahrspur warnen oder selbsttätig gegenlenken. Die Kombination aus Radar- und Videodaten sorgt auch dafür, dass sich Fußgänger und deren Bewegungsrichtung erkennen lassen. Darüber hinaus geht 2014 geht ein neuer Stereo-Videosensor in Serie, der unter anderem eine schnelle und genaue 3D-Messung von Objekten sowie eine ausreichende Abstandsmessung bis zu Geschwindigkeiten von rund 100 km/h zur Verfügung stellt. So wird ein verbesserter Fußgängerschutz möglich, und zusätzlich lassen sich neue Funktionen, wie ein Ausweich- oder Baustellenassistent, realisieren.

Das erste vollautomatische Fahren werden Autofahrer beim Einparken erleben. Bereits heute lenken Fahrzeuge in kleine Lücken – der Fahrer muss nur noch sanft Gas geben und bremsen. Vollautomatische Systemen, die komplett eigenständig einparken, sind bald keine Zukunftsmusik mehr.

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Vom automatischen Notbremssystem bis zum selbstparkenden Auto

Bosch mit neuen Fahrerassistenzfunktionen.