Vergleich verschiedener Fahrzeugmodelle Unfallforscher fordern verbesserten Fußgängerschutz

Jährlich werden in Deutschland 300 Fußgänger im Straßenverkehr getötet. Wichtigster Einflussfaktor auf die Unfallschwere ist dabei die Fahrzeuggeschwindigkeit – die sich durch serienmäßige Notbremsassistenten deutlich reduzieren ließe.

Das ist das Ergebnis einer Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV). Der UDV hat dabei wenig überraschend herausgefunden, dass Fußgänger bei Unfällen mit Autos oft massive Kopfverletzungen davontragen, deren Schwere wiederum maßgeblich von der Höhe der Geschwindigkeit abhängt. Außerdem unterscheidet sich das Verletzungsrisiko bei verschiedenen Fahrzeugen deutlich, auch wenn es sich ausnahmslos um moderne Modelle handelt.

Das Risiko für erwachsene Fußgänger, bei einem Zusammenstoß mit einem Auto, schwere Kopfverletzungen zu erleiden, liegt bei den analysierten Autos zwischen 11 und 86 Prozent und variiert somit fast um den Faktor 8. Fahrzeuge, die ein hohes Verletzungsrisiko bei Erwachsenen aufweisen, können bei Kindern sehr gut abschneiden und umgekehrt.

Die Aufprallgeschwindigkeit, so ein weiteres Ergebnis der Untersuchung, ist dabei bedeutsamer als die Fahrzeuggattung (Kleinwagen, SUV, etc.) und die Personengröße.

Zwar haben die Autohersteller damit begonnen, ihre Fahrzeuge entsprechend der Anforderungen des EuroNCAP auszulegen, nach Ansicht des UDV ist dies jedoch nicht ausreichend. „Wir müssen vor allem die Aufprallgeschwindigkeit verringern. Notbremssysteme mit Fußgängererkennung sind dazu notwendig und sollten schnellstmöglich in allen Fahrzeugklassen angeboten werden“, betont UDV-Leiter Siegfried Brockmann

Wird die Aufprallgeschwindigkeit nur um 10 auf 30 km/h reduziert, etwa durch ein automatisches Notbremssystem mit Fußgängererkennung, schneiden fast alle getesteten Autos gut oder zumindest zufriedenstellend ab – und das bei den unterschiedlichsten Fahrzeugfronten, so die UDV-Studie. Kinder profitieren demnach von einer Geschwindigkeitsreduzierung um 10 km/h mehr als von einer aufstellenden Motorhaube und einem Scheiben-Airbag zusammen.

Wird die Aufprallgeschwindigkeit von 40 sogar auf 20 km/h reduziert, schneiden alle Fahrzeuge durchweg „gut“ ab, und zwar mit den unterschiedlichsten Fahrzeugfronten. Das Risiko schwerer Kopfverletzungen sinkt für Erwachsene auf unter zehn Prozent, für Kinder auf unter fünf Prozent.