TW4XP – das Elektro-Dreirad-Projekt

Die Firma E-mobile Motors aus dem hessischen Rosenthal hat mit dem TW4XP ein Elektro-Dreirad entwickelt. Der Clou daran: Der Elektromotor des TW4XP lässt sich über die optionale Pedalerie per Muskelkraft unterstützen. Die Serienreife ist für Ende 2010 geplant.

In Kooperation mit dem Fachgebiet Leichtbau‐Konstruktion der Universität Kassel hat das hessische Unternehmen mit dem TW4XP den Prototyp eines Elektro-Dreirads entwickelt. Das Kürzel steht für Threewheeler For X Prize. Übersetzt: Ein Dreirad mit Elektromotor und Muskelunterstützung. Der zweisitzige Prototyp von E‐mobile Motors soll dieses Jahr im internationalen Wettbewerb des »Progressive Insurance Automotive X Prize« in den USA an den Start gehen. Bei dem US-amerikanischen Preis für extrem sparsame Autos, der im April dieses Jahres vergeben wird, ist E-mobile Motors das einzige deutsche Team, welches nach einer ersten Auswahl überhaupt noch an dem Wettbewerb teilnimmt.

Der TW4XP soll deutschen Autokäufern zudem eine Alternative zu den heute üblichen Autos bieten, da die automobile Zukunft laut E-mobile Motors radikale Neuansätze in der Autoentwicklung erfordert. Dabei bedingen Gewicht und Kapazität der mittelfristig zur Verfügung stehenden Batterie-Technologie ein Umdenken in der Karosseriebauweise. Daher setzten die Ingenieure aus Hessen auf einen durchgängigen Leichtbau – ohne dabei die notwendigen Sicherheitsstandards zu vernachlässigen.

Das Dreirad muss folgende Mindestanforderungen für den, mit 2,5 Mio. Euro dotierten Wettbewerb erfüllen: Von Null auf umgerechnet 96 km/h dürfen maximal zwölf Sekunden vergehen. Die Spitzengeschwindigkeit des Fahrzeuges muss mindestens 130 Stundenkilometer ebenso erreichen, wie eine maximale Reichweite von über 160 Kilometern. Zusätzlich darf der Stromverbrauch nicht über zehn Kilowattstunden pro 100 Kilometer steigen – dies entspricht in etwa der Energiemenge, die in einem Liter Benzin steckt. Der Elektromotor des TW4XP leistet 17 kW/ 23 PS.

Das Highlight des TW4XP stellen allerdings dessen Pedalerie dar. Die Pedale sind zwar im Wettbewerbsfahrzeug nicht eingebaut, dafür aber für eine Serienproduktion als Option vorgesehen. Somit kann der Fahrer den Elektromotor mit seiner eigenen Muskelkraft unterstützen, was den Stromverbrauch weiter minimiert. Zum Preis macht E-mobile Motors bisher noch keine Angaben – dafür aber zu dessen geplanten Betriebskosten: Die Energiekosten pro Kilometer sollen bei rund zwei Cent liegen. Welchen Namen das spätere Serienfahrzeug tragen wird, ist ebebfalls noch offen. Parallel zum X Prize läuft auf der Internetseite des Teams unter www.tw4xp.com ein eigener Wettbewerb zur Namensfindung.

Bei der Neukonstruktion der Fahrzeugrahmenstruktur erhält E‐mobile Motors Unterstützung durch die HessenAgentur, die den TW4XP als Modell‐ und Pilotprojekt fördert. Bei der Entwicklung der Rahmenkonstruktion steht das Thema Sicherheit und Crash-Festigkeit im Mittelpunkt. Ziel der Entwickler ist, ein Fahrzeug zu schaffen, welches sowohl den Anforderungen der Kunden an Alltagstauglichkeit und Sicherheit genügt, als auch modernste Technik und innovative Konzepte nutzt. Neben der Universität Kassel wird das Team von E-mobile Motors auch von den Unternehmen EDAG (Projekt-Management und Auslegung Bord-Elektronik), Continental (Bremsauslegung) und StudieFT (Außen-Design) unterstützt.