Systemwechsel Studie analysiert Quantensprünge der Elektromobilität

Eine Studie der Unternehmensberatung Bain & Company hat versucht das Thema Elektromobilität ganzheitlich zu betrachten. Herausgekommen ist die Analyse von sechs Quantensprüngen, , die diesen Systemwechsel in der individuellen Mobilität kennzeichnen.

Durch den elektrischen Antrieb sind Automobilhersteller und Autofahrer nicht mehr nur von einer einzigen Energiequelle, dem Erdöl, abhängig. Diese Technologie unterstützt also einen Systemwechsel in der Energiepolitik. Die USA etwa wenden jährlich 260 Mrd. Dollar dafür auf, Erdöl zu importieren, von dem etwa 70 Prozent im individuellen Personenverkehr verbraucht werden. Stellt man dem gegenüber, dass 70 Prozent der US-Autos täglich meist auf Kurzstrecken bewegt werden, ist es bereits mit dem heutigen Stand der Elektromobilität problemlos möglich, den größten Teil dieser Strecken mit Strom aus dem Netz zu fahren. Für die USA rechnet es sich daher volkswirtschaftlich, 40 Mrd. Dollar an Steuergeldern in diese neue Technologie zu investieren.

"Simuliert man ein solches Szenario für deutsche Verhältnisse, so könnten rund 70 Prozent der jährlich etwa 550 Mrd. gefahrenen Pkw-Kilometer elektrisch zurückgelegt werden", so Dr. Gregor Matthies, Partner bei Bain & Company und Leiter der europäischen Automobilpraxisgruppe. Volkswirtschaftlich wäre das ein enormer Schritt, denn Deutschland müsste rund 40 Prozent weniger Erdöl importieren, was einem Wert von gut 20 Mrd. Euro nach heutigen Preisen entspräche. Der Mehrbedarf an Strom von etwa zehn Prozent würde in seiner Erzeugung etwa 1,5 bis 2,5 Mrd. Euro kosten und könnte zur Hälfte aus dem bestehenden Netz kommen, denn Elektroautos laden meist nachts, wenn ohnehin Überkapazitäten vorhanden sind. Die restlichen fünf Prozent des zusätzlichen Strombedarfs könnten bereits heute mit erneuerbaren Energiequellen erzeugt werden.