SoCs für Fahrzeug-Navigationssysteme der Unter- und Mittelklasse

Renesas hat den SH77721 als ersten Baustein der SH-NaviJ-Serie von Autonavigations-SoCs entwickelt, der für kleine, tragbare sowie für Unter- und Mittelklasse-Autonavigationssysteme (Armaturenbrett-Montage) konzipiert ist.

Der SH77721 enthält den SH-4ACPU-Kern der SuperH1-Familie, wie er auch in der Serie SH-Navi2 eingesetzt wird. Dieser Baustein arbeitet mit einer maximalen Taktfrequenz von 333 MHz und verfügt über eine CPU-Rechenleistung von 599 MIPS. Die Fließkomma-Recheneinheit (FPU) erreicht eine Rechenleistung von 2,3 GFLOPS. Dadurch eignet sich der Autonavigations-SoC für Hochleistungssysteme. Der Befehlssatz ist aufwärts kompatibel zu dem des SH-4.

Der Baustein enthält einen Grafikprozessor mit 3D- und 2D-Zeichenfunktionen. Folglich erreicht der Baustein fast die gleiche Bildschirm-Anzeigequalität wie bei High-End-Systemen, ermöglicht die Darstellung unterschiedlichster 3D-Objekte in Landkarten und erlaubt die Anzeige von Karten, Icons und Menüs für eine grafische Benutzeroberfläche (GUI). Darüber hinaus bietet Renesas eine 2D- und 3D-Grafikbibliothek, mit der Entwickler die maximale Leistung aus dem Grafikprozessor herausholen können.

Die 3D-Grafikbibliothek besitzt eine standardisierte Schnittstelle, und ihr  Application Programming Interface (API) vereinfacht die Nutzung der vom Grafik-Prozessor unterstützten Rendering-Funktionen. Zudem erfüllt die 2D-Grafikbibliothek die GDI-Sub3-Spezifikation (entsprechend Windows4 Automotive5 5.0 Service Pack 2).

Die ICs enthalten auch die erforderlichen Peripheriemodule für Fahrzeug-Navigationssysteme, wie z. B. eine USB-2.0-High-Speed-Host/Funktionsschnittstelle, eine SD-Karten-6-Host-Schnittstelle, ein GPS7-Baseband-Prozessormodul, einen FM-Multiplex-Decoder sowie ein Fahrzeug-internes CAN8-LAN-Interface.

Die neue Version der SH-Navi-Serie besitzt jetzt eine 16-Bit-BUS-DDR2-Speicherschnittstelle zum Anschluss einer externen Speichereinheit. Die Unified-Memory-Architektur erlaubt eine gemeinsame Nutzung des Speichers durch mehrere Module. Dank des begrenzten Satzes an Peripheriefunktionen sowie dem 440-Pin-BGA-Gehäuse (23 mm x 23 mm) wurde beim SH7770 eine erhebliche Größen-Reduktion im Vergleich zum 520-Pin BGA-Gehäuse (33 mm x 33 mm) möglich. 

Als Entwicklungsumgebung lässt sich (via USB-Schnittstelle) ein E10A-USB-Emulator einsetzen. Die On-Chip Debugging-Funktion ermöglicht Echtzeit-Debugging bei maximaler Arbeitsfrequenz.