Einfacher und kostengünstiger Datenaustausch mit LIN Serielle Bussysteme im Automobil III

Konsortium verhilft LIN zum Durchbruch

Ein wesentlicher Grund für die schnelle Etablierung von LIN war die Gründung des LIN-Konsortiums [1], in Rahmen dessen sich namhafte Kfz-Hersteller und -Zulieferer sowie Halbleiter- und Tool-Hersteller zusammengeschlossen hatten, um einen herstellerübergreifenden Kommunikationsstandard für den Sensor-/ Aktor-Bereich zu schaffen. Mit der Definition eines einfachen und kostengünstigen Physical Layer, der sich am ISO-Standard 9141 orientiert, sowie eines einfachen und schlanken Kommunikationsprotokolls legte das LIN-Konsortium das Fundament für den Erfolg. Denn dadurch wurden die Voraussetzungen für die Realisierung einfacher und kostengünstiger Busknoten geschaffen.

Da sich das LIN-Konsortium nicht nur auf die eigentliche LIN-Kommunikation fokussierte, sondern auch eine Entwicklungsmethodik (LIN Work Flow) verfügbar machte, konnte es die Akzeptanz des Bussystems erheblich erhöhen. Mit Hilfe des LIN Work Flow lässt sich die Entwicklung eines LIN-Netzwerks (LIN-Cluster) automatisieren – somit lassen sich Zeit und Kosten sparen. Im Mittelpunkt der Entwicklungsmethodik stehen zwei Datenaustauschformate, mit deren Hilfe der gesamte LIN-Cluster sowie die einzelnen LIN-Knoten einheitlich beschrieben werden (Bild 1).

Zur Beschreibung eines gesamten LIN-Clusters dienen die einheitliche Syntax (LIN Configuration Language) und das standardisierte LIN Description File (LDF). Im LDF sind die kompletten Eigenschaften eines LIN-Clusters definiert, insbesondere die Kommunikationsbeziehungen. Mit Hilfe des LDF können die Generierungswerkzeuge die Software-Komponenten für die LIN-Kommunikation erzeugen. Zusätzlich versorgt das LDF die Analyse-, Mess- und Testwerkzeuge oder Restbus-Emulatoren mit den nötigen Informationen. Analog dazu gestaltet sich die Beschreibung der einzelnen LIN-Knoten (LIN-Slaves) über die einheitliche Syntax der Node Capability Language und die standardisierten Node Capability Files (NCF). Das NCF beschreibt die Leistungsmerkmale eines LIN-Slaves, etwa die Frame- und Signaldefinitionen, Bitraten oder Diagnosefunktionen und stellt im Rahmen des Systemdesigns die Grundlage zur automatisierten Erstellung des LDF dar.

Mit Hilfe der beiden Datenaustauschformate und dem in der LIN-Spezifikation definierten Konfigurationsprozess ist es möglich, einen LIN-Slave-Typ (z.B. Schrittmotor) mehrmals in einem LIN-Cluster einzusetzen beziehungsweise einen LIN-Slave in verschiedenen LIN-Clustern einzusetzen, was die Wiederverwendbarkeit von LIN-Slaves erhöht.

Einen ebenso wichtigen Beitrag zum Erfolg von LIN leistet die detaillierte Dokumentation der Spezifikation. Die seit November 2006 vorliegende LIN-Spezifikation 2.1 [2] definiert den Physical Layer, das Kommunikationsprotokoll, den LIN Work Flow, die LIN API sowie die Diagnose und Konfiguration der LIN-Knoten.