Wahrnehmbarkeit Nissan Leaf erhält Geräuschgenerator

Bereits im kommenden Oktober erfolgt der Produktionsstart des Nissan Leaf. Dieser wird nicht nur eines der ersten massentauglichen Elektrofahrzeuge sein, sondern auch das erste Elektrofahrzeug das mittels Geräuschgenerator auf sich aufmerksam macht.

Der Geräuschgenerator soll bei langsamer Fahrt, beispielsweise beim Rangieren, Fußgänger bzw. Menschen mit Sehbehinderung warnen. Für die Entwicklung des künstlichen Klangbildes studierten die Nissan-Techniker das Verhalten sehbehinderter Verkehrsteilnehmer und konsultierten sowohl Psychologen als auch Experten für Psychoakustik. Letztere untersuchen, ob ein spezifischer Laut oder eine Tonabfolge beim Empfänger automatisch eine klar definierte Reaktion auslöst.

In Abhängigkeit von Geschwindigkeit und Fahrmodus, also Beschleunigung oder Verzögerung, erzeugt der Geräuschgenerator höhere oder niedrigere Töne. Besonders auf sich aufmerksam macht der Leaf beim Startvorgang, um der Umgebung mitzuteilen, dass sich der Leaf in Bewegegung setzt.

Beim Einlegen des Rückwärtsgangs wird zur Unterscheidung ein regelmäßig unterbrochener Ton erzeugt. Da ab einer Geschwindigkeit von etwa 30 km/h das Abrollgeräusch der Reifen ausreicht um das Fahrzeug wahrzunehmen, wird das System dort automatisch abgeschaltet. Erst wenn die Geschwindigkeit unter 25 km/h fällt wird das System re-aktiviert. Die Insassen bekommen von diesen Vorgängen nichts mit, da die virtuelle Geräuschkulisse nicht in den Innenraum abstrahlt.

Der Geräuschgenerator von Nissan erfüllt die Richtlinien des vom japanischen Ministerium für Land, Infrastruktur und Transportwesen im Januar 2010 veröffentlichten Reports über "Maßnahmen zum Umgang mit leisen Hybridautos und ähnlichen Fahrzeugen". Er wird über einen Computer und einen im Instrumententräger integrierten Synthesizer geregelt; die elektronisch erzeugten Töne gelangen über einen im Motorraum installierten Lautsprecher nach außen.

Der Leaf geht im Dezember 2010 zunächst in Japan, den USA, Portugal und den Niederlanden an den Start; im Februar 2011 folgen Großbritannien und Irland. In Deutschland sollen die ersten Exemplare Ende 2011 ausgeliefert werden.