Think Tank für digitale Mobilität Neue Gesellschafter für F&E-Zentrum in Graz

Die digitale Transformation von Fahrzeugen verlangt umfangreiche Forschung: Von selbstfahrenden Fahrzeugen über Sicherheit und Datennutzung bis hin zu innovativen Prototypentests und wegweisenden Mobilitätskonzepten reicht die Palette an Themenfeldern.
Die digitale Transformation von Fahrzeugen verlangt umfangreiche Forschung: Von selbstfahrenden Fahrzeugen über Sicherheit und Datennutzung bis hin zu innovativen Prototypentests und wegweisenden Mobilitätskonzepten reicht die Palette an Themenfeldern.

Infineon und Voestalpine beteiligen sich am F&E-Zentrum für die Automobil- und Bahnindustrie, der Virtual Vehicle Research GmbH. Damit wächst die Anzahl der Gesellschafter des Think Tanks auf sieben.

Im Zuge einer Kapitalerhöhung beteiligen sich Infineon und Voestalpine an der Virtual Vehicle Research GmbH – ein F&E-Zentrum für die Automobil- und Bahnindustrie mit Sitz in Graz, Österreich. Damit wächst die Zahl der Gesellschafter – TU Graz, AVL, Magna, Siemens und Joanneum Research – um zwei weitere Unternehmen. Beide neuen Gesellschafter halten künftig acht Prozent der Anteile.

Jost Bernasch, Geschäftsführer des Virtual Vehicle Forschungszentrums: »Mit Infineon und Voestalpine als neue, in Österreich verankerte Anteilseigner, verstärken wir unser internationales Netzwerk für Spitzenforschung und vertiefen die gemeinsame Expertise. Infineon spielt eine führende Rolle in den Bereichen Sensorik und innovative Rechenplattformen für automatisiert und autonom fahrende Fahrzeuge. Voestalpine Railway Systems ist Marktführer im Bereich Systemlösungen für Bahninfrastruktur, mit einem einzigartigen Know-how in den Bereichen Material- und Prozessforschung. Gemeinsam arbeiten wir an Hightech-Lösungen für eine global zusammenwachsende Fahrzeug- und Digitalindustrie vom heimischen Standort aus.«

Vom Sensor bis zur Weiche

Sowohl Infineon als auch Voestalpine haben bereits in zahlreichen Projekten mit dem F&E-Zentrum Virtual Vehicle zusammen gearbeitet. Stefan Rohringer, Stellvertreter Vorstand Technik Infineon Technologies Austria und Leiter des Infineon Entwicklungszentrums Graz: »Die Beteiligung am Virtual Vehicle ist ein wichtiger strategischer Schritt. nfineon arbeitet intensiv an Mikroelektroniklösungen für die Mobilität der Zukunft, wie das automatisierte und autonome Fahren. Für Infineon sind Informationen auf der Ebene der Gesamtfahrzeugentwicklung daher ein enormer Mehrwert, den wir gemeinsam mit dem Virtual Vehicle generieren wollen«.

In Graz befindet sich mit aktuell über 430 Mitarbeitern eines der größten Entwicklungszentren von Infineon.

Günter Neureiter, Mitglied des Vorstandes der Metal Engineering Division des voestalpine Konzerns: »Mit unserer Beteiligung am Forschungszentrum Virtual Vehicle nutzen wir einmal mehr die Möglichkeiten der Digitalisierung für die Weiterentwicklung des Bahnfahrweges. Die Kombination aus bestehendem Bahn-Know-how mit modernen Methoden der Simulation sehen wir von Voestalpine Railway Systems als Basis dafür, unsere Position in diesem anspruchsvollen Markt weiter zu stärken. Die Kooperation mit Virtual Vehicle ermöglicht uns, Zukunftstechnologien gemeinsam zu entwickeln, um unseren Kunden optimierte Lebenszykluskosten und höchste Verfügbarkeit des Bahnfahrweges zu garantieren.«

Fokus: Digitale Mobilität

Mit 120 Mio. Euro legt das Forschungszentrum Virual Vehicle seinen Forschungsfokus in den nächsten fünf Jahren auf die digitale Transformation von Fahrzeugen legen. Jost Bernasch, Geschäftsführer des Virtual Vehicle Forschungszentrums: »Von selbstfahrenden Fahrzeugen über Sicherheit und Daten-Nutzung bis hin zu innovativen Prototypen-Tests und wegweisenden Mobilitäts-Konzepten reicht die Palette an zukunftsweisenden Forschungsfeldern.«

Am Grazer Forschungszentrum werden unter digitaler Mobilität alle Lösungen für die Entwicklung und Verbesserung intelligenter und vernetzter Fahrzeuge und deren Systeme zusammengefasst.

Gezielter Technologietransfer – den Markt im Visier

Spitzenforschung für industrieorientierte Aufgabenstellungen – das ist der Fokus von Virtual Vehicle. Ziel ist ein rascher und effizienter Transfer von Forschungsergebnissen in marktfähige Produkte.

Einer der großen Erfolgsgeschichten des Forschungszentrums in Graz ist die Co-Simulationsplattform ICOS (Independent Co-Simulation). Ursprünglich eine wissenschaftliche Arbeit, generiert die Software heute beträchtliche Lizenzeinnahmen aus der Automobil-Entwicklung. ICOS erlaubt Co-Simulation bei komplexen Systemen durch die Integration verschiedener Simulationswerkzeuge. So können Modellierung, Simulation, Optimierung und Validierung von Innovationen im Fahrzeug deutlich verbessert und beschleunigt werden.

Heute ist etwa die Kopplung von Simulationen und realen Fahrzeugdaten besonders im Bereich des autonomen Fahrens wichtig, um die Fahrzeuge in allen erdenklichen Situationen effizient testen zu können.

Weitere Beispiele für die rasche Umsetzung von Forschungsergebnissen sind Projekte zur emissionsarmen Mobilität. Derzeit entwickeln Experten des Virtual Vehicle »TED«, den »Tomographic Emission Detector«, ein System zur schnellen und exakten Messung von Motorabgasen. Mittels optischer Sensoren ist TED um ein Vielfaches schneller als aktuell verfügbare Verfahren. Aktuell wird ein Spin-Off zur Fertigentwicklung und Industrialisierung vorbereitet.