MOST Cooperation Netzwerk out of the Box

Seit mehr als 10 Jahren wird der Netzwerkstand MOST ins Automobil implementiert; mittlerweile sind mehr als 150 Fahrzeugmodelle weltweit mit der Technologie auf den Straßen unterwegs. Nach MOST25, MOST50 und MOST150 wird an der Weiterentwicklung des Standards zur nächsten Generation MOSTnG gearbeitet.

Weil sämtliche Anwendungen und Zusammenhänge im Auto immer komplexer werden, ist es notwendig, dass das Netzwerk als Rückgrat eine einfache und flexible Basis bildet. Nur so ist es möglich, die Gesamtkomplexität im Zaum und funktionsfähig zu halten. Aus Sicht eines Tier-One-Lieferanten oder Fahrzeugherstellers ist die Antwort auf die Frage nach der Natur des zukünftigen Netzwerkes im Auto, dieses so einfach wie möglich zu gestalten. Die Entwicklung und Verbesserung so einer simplen Netzwerktechnologie muss dabei nicht nur die passende Siliziumlösung, sondern das gesamte System betrachten. Ein umfassendes Technologie-Portfolio mit Halbleitern, Software, Anwendungsschnittstellen und Tools bietet dabei beste Voraussetzungen. Mit MOST steht eine passende ausgereifte, bewährte und kostengünstige Technologie bereit, um Anbietern von Infotainment-Systemen und Automobilherstellern zu einer schnellen und problemlosen Markteinführung zu verhelfen.

Einfach einsatzbereit

Infotainment ist mehr als nur ein paar Geräte mit einer zentralen Head Unit: Das System besteht aus Komponenten wie Kombi-Instrumententafeln, Head-up-Displays, (Touch-) Displays, Telematik, Fond-Unterhaltung, Body-Computer-Modulen und Vernetzung. Darüber hinaus ist die Integration von Infotainment in die Domänen Fahrerinformation, Fahrerassistenz und Telematik/Vernetzung ein wichtiges Thema. Damit rückt die passende Vernetzungstechnologie in den Fokus. Integrations- und Fusions­trends verlangen nach einem neuen Systemansatz und einer optimierten Netzwerkarchitektur. So startet die nächste Stufe der Systemintegration. Anwendungsfälle werden noch definiert, das Netzwerk muss konfiguriert werden und diverse Architekturen werden implementiert.

Mit der heutigen und zukünftigen Datenfülle ist es nicht nur eine Frage des Bandbreitenbereichs, sondern es geht auch darum, welche Datentypen transportiert werden. Die Übertragung von Audio- sowie unkomprimierten und komprimierten Videodaten ist bereits vorgesehen, es wird zudem weitere wie Ethernet, FlexRay, CAN und USB geben. Die MOST-Technologie ist mit Ethernet/IP Frames über MOST150 zusätzlich zu Audio und Video bestens gerüstet. Die nächste MOST-Generation, MOSTnG, wird ein einheitliches Netzwerk ermöglichen, das sämtliche Datentypen transportieren und viele Anforderungen bei einer vernünftigen Geschwindigkeit erfüllen wird. Für zukünftige Bedürfnisse des Marktes wird es erweiterbar sein. Systeme der nächsten Generation verlangen nach einem Netzwerk der nächsten Generation – während die Integration einfach bleiben muss.

Leistungsstark und skalierbar

Das zukünftige Netzwerk im Auto verlangt nach einer leistungsstarken und skalierbaren Multiplex-Architektur mit freier Topologie-Konfiguration. Mit MOST steht eine passende Netzwerk-Architektur für HD-Audio-/Video- und IP-basierten Anwendungen schon bereit (Bild). Das Netzwerk unterstützt Standards der Unterhaltungselektronik, wie Universal Plug-n-Play und Digital Living Network Alliance, und der automobilen Diagnose über IP. Mit dem erweiterbaren Multiprotokollansatz lassen sich unterschiedliche Datentypen über die verschiedenen Kanaltypen übertragen. Für jedes Protokoll gibt es passende Schnittstellen wie I2S, RGB, I2C, TSI, SPI, PCIe und USB. Auch sind pro Kanal mehrere Instanzen möglich. Zudem ist der Mechanismus flexibel und lässt sich mit weiteren Kanälen für zukünftige Protokolle erweitern. Von Stern und Ring bis Reihe und Baum lassen sich unterschiedliche Topologien in jeglichen Kombinationen zusammenstellen. Der Multiport-Schnittstellen-Controller von Microchip weist jedem Zweig die tatsächliche, volle Bandbreite zu. Mit bis zu acht MOST150-Netzwerk-Anschlüssen und voll ausgestatteten 150 Mbit/s Datenstrom pro Anschluss steht bereits eine gesamte Bandbreite von bis zu 1,2 Gbit/s zur Verfügung. Eine zusätzliche Hochgeschwindigkeits-Standardschnittstelle ist integriert, die zu allen modernen Schnittstellen leistungsstarker Mediaprozessoren kompatibel ist.

Durch die Koaxialverkabelung bietet MOST einen skalierbaren Physical Layer für die Fahrerassistenzdomäne, da sie die bidirektionale Kommunikation und Stromversorgung über dasselbe Kabel erlaubt. Koaxialkabel sind abgeschirmt und es stehen kostengünstige und standardisierte Kabel und Steckverbinder zur Verfügung. Ihre Konstruktion ermöglicht eine automatisierte Steckverbinder-Herstellung und hält die Herstellungskosten damit niedriger als bei geschirmten, verdrillten Kupferdrähten. Der Koaxialstandard arbeitet bereits bis zu mehreren Gbit/s und bietet folglich einen EMV-sicheren und kostengünstigen elektrischen Physical Layer.