Micronas rechnet mit weiterer Erholung

Nach dem turbulenten Geschäftsjahr 2009, mit einem Umsatzrückgang um rund 57 Prozent auf 241 Mio. Schweizer Franken (CHF), will sich Micronas verstärkt auf den Automotive-Markt konzentrieren, um sich wieder dauerhaft profitabel aufzustellen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009 stand Micronas unter dem Einfluss dramatischer, negativer wirtschaftlicher Entwicklungen auf den Weltmärkten, welche das Unternehmen zu einschneidenden Maßnahmen zwangen. Mit dem Ziel, das Unternehmen wieder dauerhaft profitabel aufzustellen und sich dabei auf seine Stärken im Automotive-Bereich zu konzentrieren, entschied der Verwaltungsrat – im Einvernehmen mit dem Management – im Februar 2009, den verlustträchtigen Consumer-Bereich aufzugeben und sich künftig auf den Automotive-Bereich mit seinen zwei Produktlinien Hall-Sensoren und Mikrocontroller zu konzentrieren.

Das Management und der Verwaltungsrat wurden erneuert und damit die Voraussetzungen geschaffen, den Neustart des Unternehmens einzuleiten. An der außerordentlichen Generalversammlung wählten die Aktionaäre die neuen Verwaltungsratsmitglieder Klaus Blickle, CEO des Automobilzulieferanten Harman Becker Automotive Systems, Lucas A. Grolimund, ehemaliger CEO von Cicor und Schlatter Holding, Dieter G. Seipler, Vorsitzender der Geschäftsführung des Automobilzulieferers Mann und Hummel Holding, und Stefan Wolf, Vorstandsvorsitzender des Automobilzulieferers ElringKlinger, für eine Amtsdauer in den Verwaltungsrat. Die bisherigen Verwaltungsräte Thomas Lustenberger, Christoph Brand, Rudolf W. Hug und Harald Stanzer traten am 27. November 2009 zurück. Der Verwaltungsrat bestimmte Heinrich W. Kreutzer als neuen Präsidenten.

Am 1. Januar 2010 übernahm Matthias Bopp als CEO die Geschäftsführung von Micronas. Zuletzt leitete Herr Bopp in Deutschland den Geschäftsbereich Radio Frequency und Automotive des an der Nasdaq kotierten Halbleiterunternehmens Atmel. Als neuer CFO wurde Günter Hoppe, der bisherige stellvertretende CFO, ernannt, der sein Amt am 1. Dezember 2009 antrat. Sie ersetzten die zurückgetretenen Wolfgang Kalsbach und Manfred Häner. »Ich bin überzeugt, dass Micronas dank der neuen strategischen Ausrichtung und der neuen Führungsmannschaft gut positioniert ist, um die sich bietenden Wachstumschancen künftig wahrnehmen zu können«, erklärt Kreutzer.

Der Umsatz der Micronas Gruppe ging 2009 erwartungsgemäßs um 59,6 Prozent auf 241.2 Mio. CHF zurück. Der Verlust auf EBIT-Stufe betrug inklusive Berücksichtigung der Restrukturierungskosten 172,0 Mio. CHF - trotz dieses Ergebnisses ist Micronas aber nach wie vor solide kapitalisiert. Das Unternehmen verfügte zum Jahresende 2009 über ein Eigenkapital in Höhe von 127,0 Mio. CHF, was einer Eigenkapitalquote von 36,8 Prozent entspricht, und über 188,4 Mio. CHF an flüssigen Mitteln. Nach dem Abschluss der Restrukturierung entwickelte sich der Auftragseingang dank einer leichten Erholung des Automobilsektors im dritten und vierten Quartal positiv und die Umsätze konnten wieder gesteigert werden. Deswegen rechnet Micronas für das Geschäftsjahr 2010 mit einer weiteren Belebung des Geschäfts.

Der Umsatz des Bereichs Automotive reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 37,2 Prozent auf 126,7 Mio. CHF. Der Betriebsverlust (EBIT) betrug 18,4 Mio. CHF, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 45,0 Mio. CHF ausgewiesen worden war. Dieser Verlust ist ausschließlich auf die zu niedrige Auslastung der Produktionsanlagen in Freiburg zurückzuführen.