LEDs halten Einzug

LEDs erobern immer mehr die automobile Lichttechnik – die ersten OEMs rüsten ihre Modelle serienmäßig mit LED-Hauptscheinwerfern aus. Die austauschbaren LED-Lichtquellen stellen somit schon heute eine echte Alternative zu den bereits erhältlichen Leuchtmitteln im Automobilbereich dar.

Ob die dritte Generation des Prius von Toyota, der R8 von Audi oder das kürzlich zur IAA 2009 vorgestellte 1-Liter-Auto L1 von Volkswagen, das im Jahr 2013 in Serie gehen kann – sie alle verfügen schon heute über Hauptscheinwerfer aus LED-Systemen. Audi hat seinen Sportwagen mit Frontscheinwerfern, basierend auf dem LED-System Luxeon Altilon (Bild 1) aus dem Hause Philips Lumileds, bestückt, und zwar für das Abblend- wie auch das Fernlicht.

Die nach AECQ101C- qualifizierten Luxeon-Altilon- LEDs, die 850 Lumen und 60 MNits bei 1 A liefern, eignen sich mit einer Farbtemperatur von 5600 K auch für den Tagfahrlicht-Einsatz oder als Alternative zu sonst üblichen Signalleuchten. Darüber hinaus entsprechen sie den Spezifikationen der ECE und SAE. Auch die dritte Generation des Prius ist in seiner besten Ausstattungsvariante „Executive“ mit bündig integrierten Scheinwerfereinheiten aus je zwei Projektionsscheinwerfern und einem Diffusionsscheinwerfer mit LED-Lampen bestückt. Diese senken den Energiebedarf um bis zu 30 Prozent und halten über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs mehr als 90 Prozent ihrer Leuchtkraft – weit länger als herkömmliche Halogen-Leuchten. Auch die Rückleuchten des Vollhybriden haben die Japaner in LED-Technik ausgeführt.

Volkswagen setzt beim L1 auf Osrams neuestes LED-System Joule JFL2. Die Scheinwerfer des 1-Liter-Autos sind das Ergebnis eines Gemeinschaftsprojekts von Volkswagen und Osram, die hierfür eine sparsamere Version der Joule-JFL2-LED-Module (Bild 2) entwickelten; sie verbrauchen in der Standardkonfiguration 14 W. Volkswagen konstruierte die Reflektoren, die es möglich machen, gesetzeskonforme Scheinwerfer mit neuester Lichttechnik umzusetzen. Die Joule-JFL2-Module übernehmen im L1 die Funktionen des Abblend- sowie des Fernlichts. Insgesamt drei Module benötigt jeder der nur 5 cm hohen Scheinwerfer dafür. Zwei sorgen für das ECE-konforme Hauptlicht, eines für das Fernlicht.

Neben den Dioden ermöglichen dies die von Volkswagen entwickelten Reflektoren, die das LED-Scheinwerferlicht gerichtet auf die Straße werfen. Hinzu kommt, dass die Beleuchtung des 1-Liter-Autos mit einer Leistungsaufnahme von 19 W pro Abblendlicht deutlich energieeffizienter als herkömmliche Scheinwerferlösungen ist. Selbst Xenon-Lampen mit nur 35 W Leistungsaufnahme verbrauchen bei Verwendung des Abblendlichts (circa 95 % Nachtfahrten) rund 20 Prozent mehr Energie als die zwei LED-Module für das Abblendlicht. Nicht nur in Sachen Effizienz zeigen die LED-Lösungen von Philips undOsram ihre Stärken: Mit einer Lebensdauer, die die eines Fahrzeugs in der Regel überdauert, sowie ihrer hohen Robustheit gegen Stöße und Vibrationen sind sie weniger wartungsintensiv als bisher übliche Leuchtmittel und arbeiten in einem Temperaturbereich von –40 bis +130 °C. „Kompakte und effiziente LED-Lichtquellen werden in Zukunft ein Muss für Niedrigverbrauch- und Elektrofahrzeuge sein, um die CO2-Ziele der Automobilindustrie zu erreichen. Ein Abblendlichtscheinwerfer wird zukünftig mit solchen Lichtquellen weniger als 15 W verbrauchen und damit pro Fahrzeugseite 40 W Anschlussleistung gegenüber einer vergleichbaren Halogenlösung einsparen“, ist sich denn auch Dr. Thomas Reiners sicher, Direktor Anwendungstechnik für Spezialbeleuchtung bei Osram.