Nichia & Infineon, Infineon & Osram Kooperationen für Multi-Pixel-Autoscheinwerfer

Ab 2023 sollen Lichtquellen für Pixel-Matrix-Frontscheinwerfer mit 25.000 Lichtpunkten auf den Markt kommen.
Ab 2023 sollen Lichtquellen für Pixel-Matrix-Frontscheinwerfer mit 25.000 Lichtpunkten auf den Markt kommen.

Osram kündigt die nächste Generation des Eviyos mit 25.000 einzeln ansteuerbaren Pixeln an. Nichia und Infineon kooperieren für eine HD-Lichtquelle mit 16.000 Mikro-LEDs.

Die zweite Generation des »Eviyos« soll nach Plänen von Osram 2023 auf den Markt kommen. Die 25.000 Pixel werden auf einem 40 mm² Lichtquellmodul untergebracht. Ging es bei der ersten Eviyos-Generation um Sicherheitsaspekte – mit ihnen sollte erstmals ein gezieltes Aussparen des Gegenverkehrs im Fernlicht möglich werden – soll die zweite Generation in der Lage sein, komplexe Logos auf die Straße zu projizieren.

Ein Fahrzeug könne Warnhinweise oder Symbole an die Fahrzeuginsassen oder andere Verkehrsteilnehmer visuelle übermitteln, erklärt Wolfgang Lex, General Manager Automotive bei Osram Opto Semiconductors, das Entwicklungsziel für die zweite Generation.

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Pixel-Matrix-Scheinwerfer

Vorteil veranschaulicht

Weniger Bauraum, höhere Effizienz

Im Hinblick auf Energieeffizienz und Bauraum werde die Multi-Pixel-Lichtquelle den Fahrzeugentwicklern deutliche Vorteile bieten. Auf der Strategie-Roadmap steht dafür ein Pixel-Pitch von nur noch 40 Mikrometern. Die erste Generation der »Eviyos« wird mit 125 Mikrometern Pixel-Pitch gefertigt und liefert 3 Lumen pro Pixel bei 11 mA Betriebsstrom. Auch sie ist noch nicht auf dem Markt. 2020 soll es so weit sein.

Die Entwicklung von Multi-Pixel-Lichtquellen mit mehreren tausend einzeln ansteuerbaren Lichtpunkten wurde in den letzten fünf bis sieben Jahren vorangetrieben. Die Grundlagen für die »Eviyos« schlossen sich die Forschungsabteilungen von Osram, Hella, Daimler und Infineon mit zwei Fraunhofer-Instituten in einem BMBF-geförderten Großprojekt (μAFS) zusammen. Nach dem Projektabschluss 2016 und Vorstellung des Prototypen führten einige Projektpartner den Weg in die Serienfertigung fort.

Neuer Ansatz mit Mikro-LEDs?

Kürzlich gaben Infineon, das schon im μAFS-Projekt mit Osram zusammenarbeitete, und Nichia eine Kooperation für Pixel-Matrix-Scheinwerfer bekannt. Ihre HD-Lichtquelle für Frontscheinwerfer wird mit 16.000 Mikro-LEDs arbeiten und soll, wie das Lichtquellmodul von Osram, 2023 in die Serienproduktion gehen.

Infineon entwickelt dazu den Treiber-IC für die Steuerung und die Diagnose der einzelnen Mikro-LEDs. Technische Parameter der Lichtquelle wurden noch nicht veröffentlicht.

Interessant an dieser Kooperation wird die Wahl des Herstellungsansatzes sein. Für Mikro-LEDs gibt es aktuell noch keine effizientes Verfahren – beim monolithischen Ansatz steht die Frage nach der Skalierbarkeit im Raum, bei einer separaten LED-Fertigung, die mit einem Bestücker auf die Backplane montiert werden, ist ein dichtes Anordnen der LEDs noch nicht möglich. Soll der Automobilmarkt adressiert werden, darf man erwarten, dass Nichia Zugriff auf ein effizientes und zuverlässiges Herstellungsverfahren hat oder zeitnah haben wird.