MOST Cooperation Internet und Fahrerassistenz fordern das Infotainment-Netzwerk heraus

Harald Schöpp: »Der Bedarf an einem Fahrerassistenz-Netzwerk ist unumstritten.«

Während der Infotainment-Bereich im Fahrzeug einer allmählichen Sättigung entgegen sieht, formieren sich bereits neue Themenfelder: die Verbindung des Fahrzeuges nach außen, die Integration von externen Geräten und Diensten über das Internet-Protokoll sowie die Fahrerassistenz. Die Vernetzung der Infotainment-Anwendungen ist standardisiert und etabliert. Es stellt sich daher die Frage, wie sich die kommenden Anwendungen in das bestehende Netz einfügen werden.

Beginnen wir mit einer kurzen Bestandsaufnahme. Die Zukunft der Infotainment-Vernetzung lässt sich in zwei Gruppen aufteilen: Die europäischen Premiummarken, die den Einsatz des Infotainment-Netzwerkes MOST seit den Anfängen vorangetrieben haben, und die Fahrzeughersteller, die den Massenmarkt bedienen und die Technologie erst später angenommen haben. Hersteller für den Massenmarkt bieten heute verstärkt vernetzte Anwendungen an, um mit der digitalen Welt Schritt zu halten. Für sie ist eine bewährte Technologie mit hohen Stückzahlen entscheidend, um neueste Leistung bei niedrigem Preis und kleinem Risiko zu bieten. Technologische Vorreiter sind dagegen die Hersteller im Premiumbereich. Im Kommen sind hier beispielsweise Verbindungen des Fahrzeugs nach außen wie etwa die LTE- oder Car-to-X-Kommunikation. Im Fokus stehen auch immer mehr IP-basierte Anwendungen, die extensiven Gebrauch vom MOST-Ethernet-Paketkanal machen. Die Anforderungen an die Bandbreiten werden von Anwendungen wie schnellen Software-Aktualisierungen der verschiedenen Steuergeräte, schnellem Medienzugriff auf an Bord befindliche Massenspeichergeräte (HDD/SSD), mobile, per USB angebundene Unterhaltungselektronikgeräte und über entweder per WLAN oder LTE verbundene Car-to-X-Applikationen angetrieben.

Das Internet-Protokoll

MOST ist mit einem IEEE802.x-Netzwerk vergleichbar. Neben der Übertragung von High-Definition-Audio und -Video in hoher Service-Qualität (QoS) bietet die neueste Version auch den einsatzbereiten Physical Layer für Ethernet-Protokolle im Auto. MOST stellt das passende Netzwerk-Rückgrat für eine breite Auswahl an IP-basierten Applikationen wie beispielsweise die Unterstützung von Apps an Connected Services und allgemeinen Internet-Zugriff bereit. Das Netzwerk unterstützt heutige Standards sowohl der Unterhaltungselektronik wie UPnP (Universal Plug&Play) und DLNA (Digital Living Network Alliance) als auch für Diagnose (DoIP). Die Flexibilität erlaubt unterschiedliche Topologien wie etwa Stern, Reihe und Baum auf diversen Physical Layern: optische Polymerfaser (POF), elektrische Coax-Kabel-basierte sowie geschirmte und ungeschirmte, verdrillte Kupferkabel (STP/UTP).