Produktion Hartmann-exact plant Standort in China

Hartmann-exact treibt seine Internationalisierung voran: Ab Herbst startet der Aufbau eines neuen Werks im Großraum Shanghai. Im Jahr 2011 wuchs der Firmenumsatz um 27 Prozent auf 62 Mio. Euro.

„Bis in fünf Jahren wollen wir einen Umsatz von nahezu 100 Millionen Euro erzielen“, sagt Geschäftsführer Jürgen Hofele. Einen Teil dazu beitragen soll ein neues Werk im Großraum Shanghai. Von dort aus will der Schorndorfer Automobilzulieferer den asiatischen Markt bedienen.

Für China rechnen Hofele und Geschäftsführer-Kollege Gerhard Lahm damit, dass ihre Schalter und Sensoren für Automobilanwendungen noch stärker den landestypischen Standards angepasst werden müssen. „Wir wollen in Asien Produkte für den dortigen Markt herstellen“, sagt Lahm.

Hintergrund für die Expansion gen Osten ist unter anderem die Forderung eines großen Automobilherstellers, der möchte, dass seine Zulieferer für den asiatischen Markt Vorort produzieren. Mehrere Millionen Euro will Hartmann-exact investieren, um möglichst rasch in Asien Fuß zu fassen. Größte Herausforderung ist laut Hofele die Personalsuche. „Wir haben bereits einen chinesischen Mitarbeiter eingestellt, der mit guten Kontakten zu den örtlichen Behörden hilft, das Werk aufzubauen.“ Mittelfristig sollen in Asien 150 Personen bei Hartmann-exact arbeiten.

Nach dem starken Wachstum der vergangenen zwei Jahre mit einem Rekordumsatz von 62 Mio. Euro im abgelaufenen Jahr erwarten die Schorndorfer für dieses Jahr ein etwas geringeres Wachstum im „einstelligen Prozentbereich“. Die Zahl der Mitarbeiter stieg in der Hartmann-Gruppe, vorwiegend im Werk in Rumänien, um 50 Personen. Dort arbeitete die Produktion im vergangenen Jahr in Vollauslastung. „So konnten wir alle Kundenaufträge bedienen und unseren Ruf bei den Autoherstellern als zuverlässiger Lieferant untermauern“, sagt Hofele.

Die Herausforderung im Erfolgsjahr war die Materialversorgung sicher zu stellen. Vor allem Magnete und Elektronikbauteile waren schwierig zu bekommen. Den Grund dafür sieht Lahm vor allem in der Monopolstellung Chinas, das den Markt für diese Komponenten und Rohstoffe künstlich verknappte, was sich auch in den deutlich gestiegenen Einkaufspreisen niederschlug.

Parallel zu Asien verstärkt Hartmann-exact die Vertriebsaktivitäten in Nordamerika und baut zeitgleich die Forschung und Entwicklung am Standort in Schorndorf aus. Aktuell feilt der Zulieferer in Zusammenarbeit mit öffentlichen Forschungsinstituten und regionalen Ingenieurbüros an Komponenten und Sensoren für Elektro- und Hybridantriebe, die in drei bis vier Jahren in Serie gehen sollen.