CARISSMA Größtes Automotive-Forschungsprojekt an einer deutschen Hochschule

Die Frontseite des neuen CARISSMA-Testcenters für Fahrzeuge.
Die Frontseite des neuen CARISSMA-Testcenters für Fahrzeuge.

In Ingolstadt entsteht derzeit ein integrales Forschungsprojekt zur Verkehrs- und Fahrzeugsicherheit. Dort werden erstmals nicht nur Teilaspekte wie Airbags, Karosserien oder aktive Sicherheitssysteme untersucht, sondern das gesamte Sicherheitskonzept im Fahrzeug an einem zentralen Ort getestet.

Das Testzentrum für die Erforschung und Entwicklung im Bereich der Verkehrssicherheit gehört zur Technischen Hochschule Ingolstadt (THI). Das Projekt mit dem Namen CARISSMA (Center of Automotive Research on Integrated Safety Systems and Measurement Area) soll unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Thomas Brandmeier, das Leitzentrum für Integrale Sicherheit in Deutschland werden. Integral bedeutet in diesem Zusammenhang, dass erstmals in Deutschland nicht nur Teilaspekte wie Airbags, Karosserien oder aktive Sicherheitssysteme wissenschaftlich untersucht werden, sondern das Gesamtkonzept aller sicherheitsrelevanten Themen im Fahrzeug an einem zentralen Ort getestet werden.

Zu Beginn des Jahres erfolgte die Vergabe der Crashanlage, eines der Herzstücke von CARISSMA, an den Crashtestanlagenbauer Messring aus Krailling. Die bayerische Firma arbeitet derzeit an der baulichen Integration der neuen Crashtesteinrichtung. Bei der Crashanlage lassen sich Fahrzeuge mit bis zu 3,5 Tonnen Gesamtgewicht auf eine Geschwindigkeit von 65 km/h beschleunigen, bevor sie auf den Aufprallblock treffen. Dieser Block hat die Besonderheit, dass er vollständig demontierbar ist, um die Hallenfläche komplett frei räumen zu können. So lassen sich innerhalb der Crashhalle auch Fußgänger-Versuche und Active-Safety-Tests durchführen, die mehr Fläche benötigen. Final wird CARISSMA neben der Crashtestanlage auch ein Fallturm-Labor, ein Batterie-Labor und ein HiL (Hardware-in-the-Loop)-Labor beherbergen. Auf der geplanten Außenfläche sollen vor allem Testmethoden für Car2X-Kommunikation getestet werden.

Die vollständige Inbetriebnahme von CARISSMA ist für Januar 2016 geplant. Das Zentrum soll dann auf insgesamt 4.000 Quadratmetern Nutzfläche Labore, Büros und Versuchsflächen beherbergen. Bundesweit handelt es sich hierbei um den ersten an einer Fachhochschule geförderten Forschungsbau. Die Gesamtkosten von 28 Millionen Euro für das Forschungsprojekt werden zu 50% vom Bund und zu 50% vom Freistaat Bayern getragen. Das macht dieses Projekt zur größten und auch modernsten Fahrzeugversuchsanlage einer Hochschule in Europa.