Energieeffizienz: Green Driving bei NXP

Kurt Sievers, Senior Vice President & General manager der Business Unit Automotive bei NXP: "Leistungsfähige Funktionen, Energieeffizienz und Robustheit sind die Eckpunkte unserer High-Performance-Mixed-Signal-Strategie"

Dass Energieeffizienz nicht nur Sache der Automobilhersteller ist, demonstriert der Halbleiterhersteller NXP anhand verschiedener Projekte. Elektromobilität ist dabei nur eine Facette der Energiesparbemühungen.

NXP (www.nxp.com) hat seine Aktivitäten im Automobilbereich, die sich mit der Einsparung von Energie beschäftigen, unter dem Begriff „green driving“ zusammengefasst. Dabei geht es auch um den Themenkomplex Elektromobilität, allerdings beschäftigen sich die Holländer zudem mit der Optimierung konventioneller Antriebssysteme, was generell eine Substitution mechanischer durch mechatronische Systeme bedeutet, und mit Systemen im Fahrzeugumfeld.

NXP hat in Kooperation mit IBM in den Niederlanden einen Feldtest durchgeführt, bei dem Probanden über einen sechsmonatigen Zeitraum ein geplantes Verkehrs-Management-System testeten. Dies soll von 2012 bis 2016 in den Niederlanden als nutzungsabhängiges Mautsystem eingeführt werden. Die Gebühren werden dabei abhängig von Fahrzeugtyp, Tageszeit und Straßenart erhoben. Gleichzeitig unterstützt das System die Nutzer dabei, hinsichtlich Nutzungsgebühren und Reisezeit den optimalen Weg zu wählen, und zeigt so auf, wie jeder einzelne Verkehrsteilnehmer Geld sparen kann.

Dass hier Verhaltensänderungen erreicht werden können, zeigen die mehr als 200 000 protokollierten Testkilometer des Projekts: 70 Prozent der Fahrer mieden verstärkt innerstädtische Straßen und den Berufsverkehr, im Durchschnitt konnten diese Fahrer ihre Kosten pro gefahrenem Kilometer um 16 Prozent senken. Extrapoliert auf das gesamte Land schätzt man, dass in Holland ca. 58 Prozent an Stauzeit eingespart werden könnten und dass mehr als die Hälfte aller niederländischen Haushalte über die nutzungsabhängigen Gebühren weniger zahlen müssen wird als mit der wegfallenden Kfz-Steuer bzw. Kfz-Kaufsteuer.

Gefördert vom BMBF (Fördersumme: 679 000 Euro) und in Zusammenarbeit mit AVL Software and Functions forscht NXP in Deutschland daran, wie sich die Reichweite von Elektrofahrzeugen vergrößern lässt. Im Fokus steht dabei die Leistungsaufnahme der Steuergeräte. Pollux – so der Name dieses Projekts – untersucht, ob und wie sich einzelne Steuergeräte oder Subnetze im Fahrzeug komplett abschalten lassen. Die Herausforderung ist hier, dass Steuergeräte quasi in Echtzeit wieder in das Netzwerk integriert werden müssen. NXP steuert für das bis März 2013 laufende Projekt seine Kompetenz im Bereich Fahrzeugnetzwerke bei, etwa den neuen CAN-Transceiver TJA1043, der neben einer reduzierten Ruhestromaufnahme spezielle Low-Power-Management- Funktionen bietet und so den Teilnetzbetrieb erst möglich macht.

Einen indirekten Beitrag zur Energieeinsparung leistet eine neue Familie von Class-D-Audioverstärkern, bei denen das Infotainment-System auch bei Spannungseinbrüchen unterbrechungsfrei arbeitet. Erst wenn die Batteriespannung unter sechs Volt fällt, versagen diese Bausteine ihren Dienst. So führt das Anlassen nicht mehr zu einem kurzzeitigen Abschalten des Radios. Dies wäre zwar beim erstmaligen Anlassen kein Problem. Wiederholte Unterbrechungen, wie sie etwa ein Start-Stopp-System in einem Micro-Hybrid auslösen würde, würden aber vom Nutzer negativ bewertet werden.