Praxistest Frei programmierbares Display im Range Rover

Der Range Rover wird gemeinhin nicht als Synonym für elektronische Innovationen verwendet. Und doch ist er nach wie vor eines der wenigen Fahrzeuge, deren Kombiinstrument ausschließlich aus einem großen LCD besteht.

Etwa zwei Jahre ist es her, dass der Range Rover, sofern man ihn nicht in der Variante ‚Sport’ bestellt, mit einem frei programmierbaren Display ausgeliefert wird. Seitdem scheint sich nicht viel getan zu haben. Zum einen finden sich nach wie vor wenig Hersteller, die diesen Weg eingeschlagen sind – lediglich die Konzernschwester Jaguar hat diese Technik assimiliert. Zum anderen wir immer noch dasselbe System des amerikanischen Zulieferers Visteon verbaut, dessen Display schon zur Markteinführung nicht unbedingt State-of-the-Art war.

Trotzdem hat man sich bei Land Rover bemüht, die Vorteile des Displays zu nutzen, ohne die Nachteile allzu offensichtlich werden zu lassen. Schon beim Einsteigen empfängt den Fahrer ein etwas bedrohlich dunkel wirkenden Nachhorizont mit orange schimmernden Wolken, beim Anlassen erscheinen dann die gewohnten Rundinstrumente, nebst bekannter Piktogramme, wie z.B. für die Parkbremse.

Die Rundinstrumente wurden bewusst schlicht gezeichnet und wirken wunderbar unaufgeregt – etwas anderes hätte im noblen Interieur des Range Rover wohl deplaziert gewirkt. Lediglich eine Taschenlampenfunktion kann die Anmutung von Drehzahlmesser und Tacho leicht verändern, dabei werden alle Skalenwerte, die sich nicht im direkten Umfeld der virtuellen Nadel befinden leicht ausgegraut.

Tacho und Drehzahlmesser sind es auch, die die Schwäche des Displays deutlich machen: es ist für dynamische Darstellungen zu träge. Fällt dies bei den vergleichsweise langsamen Bewegungen der Tachonadel kaum auf – trotz des kraftvollen 4,4-l-Achtzylinder-Dieselmotors des Testwagens – so gerät die Nadel des Drehzahlmessers doch arg ins Ruckeln.

Ähnlich ruckelnd wenn auch weniger störend gestaltet sich das per Lenkradtasten komfortabel einzublendende Menü des Bord-Computers. Dieses wird im zwischen den Rundinstrumenten verbleibenden Raum eingeblendet, wo es gut sichtbar dargestellt wird. Alternativ werden an dieser Stelle auch sehr liebevoll gestaltete Grafiken des Gesamtfahrzeugs eingeblendet, beispielsweise bei der Nutzung der zahlreichen Geländemodi – schließlich ist der Range Rover ein echter Geländewagen und kein SUV.

Bei Bedarf wird der Tacho sogar nach rechts und damit quasi aus dem Bild geschoben, um mehr Platz für bestimmte Darstellungen zu schaffen.