Neues Passagierflugzeug entwickelt Fliegendes V soll bald abheben

So könnte sich der Flying V in Parkposition am Amsterdamer Flughafen in Zukunft präsentieren.
So könnte sich der Flying V in Parkposition am Amsterdamer Flughafen in Zukunft präsentieren.

Massive CO2-Einsparungen im Flugverkehr – das fordert das EU-Parlament. Die Umsetzung stellt die Flug-Airlines bislang vor Schwierigkeiten. Eine neue Idee sorgt für Staunen.

Die Europäische Union fordert, dass die Kohlendioxid-Emissionen im Flugverkehr bis 2050 um 75 Prozent gesunken sein müssen, im Vergleich zum Jahr 2000. Bis Flugzeuge komplett auf elektrischen Antrieb umgestellt sind, wird es noch einige Jahre dauern. Bis es soweit ist, könnte ein neuer Flugzeugtyp bei der CO2-Einsparung helfen.

Von der Idee zum Prototypen

Justus Benad ist der Erfinder des Flying V-Prototypen. Während seiner Abschlussarbeit an der TU Berlin arbeitete er bei Airbus und hatte die Idee für das ungewöhnliche Design. Airbus hat die Idee mit Benad als Erfinder bereits zum Patent angemeldet. Das Konzept sieht vor, auf einen Rumpf zu verzichten, stattdessen soll das Flugzeug die Form eines »V« besitzen. In den Flügeln ist so genug Platz für Passagiere, Fracht und Treibstoff.

Die niederländische Airline KLM und die Technische Universität Delft verständigten sich nun auf eine Kooperation. Gebaut werden soll der erste Prototyp an der TU Delft und anschließend im Oktober 2019 am Flughafen Schiphol in Amsterdam anlässlich der 100-Jahr-Feier von KLM präsentiert werden – und sogar schon abheben.

Verbesserte Aerodynamik

Dabei müssen die Entwickler des Flying V keineswegs auf Platz verzichten. Da alles in den Flügeln untergebracht werden kann, wird Platz für 314 Passagiere geschaffen – genauso viel wie im Airbus A350. Hinzu kommt ein Frachtvolumen von 160 Kubikmetern. Das Flugzeug soll dabei aber 20 Prozent weniger Treibstoff als der A350 verbrauchen.

Das hängt vor allem mit der Aerodynamik des neuen Designs zusammen. Die Triebwerke sitzen ganz hinten oben auf dem Flugzeug. Dadurch ist der Flieger auch wesentlich leiser als bisherige Modelle. Durch die gleichen Maße bei der Spannweite, kann der Flying V sogar die bestehende Infrastruktur an Flughäfen wie Gates und Start- und Landebahnen nutzen. Er wird mit den momentan verbrauchsärmsten Turbofan-Triebwerken ausgestattet, die derzeit auf dem Markt erhältlich sind. Das Flugzeug kann später aber auf elektrisch verstärkte Triebwerke erweitert werden.

Passagiere profitieren

Die TU Delft will das neue Konzept auch gleich zum Vorteil der Passagiere nutzen. Mehr Platz wird etwa bei der Aufteilung der Sitzplätze, dem Design der Stühle oder der Aufteilung der Bäder geschaffen. Alles soll dabei so leicht wie möglich sein, um das Gewicht zu reduzieren und damit die Effizienz weiter zu erhöhen. Auch das Flug-Erlebnis soll verbessert werden. So wollen die Entwickler neue Wege gehen, um den Komfort zu erhöhen, beispielsweise durch Buffet-Essen oder Schlafbereiche.