Erfahrungen mit dem Fujitsu-FlexRay-Evaluation-Kit FlexRay in Betrieb nehmen #####

Vielerorts beginnen bereits Entwicklungen mit FlexRay als Bussystem. Das Angebot an Werkzeugen und Entwicklungs-Boards ist in diesem Bereich aber noch sehr überschaubar. Ein Test soll zeigen, wie ausgereift und funktionell verfügbare Lösungen sind.

Erfahrungen mit dem Fujitsu-FlexRay-Evaluation-Kit

Vielerorts beginnen bereits Entwicklungen mit FlexRay als Bussystem. Das Angebot an Werkzeugen und Entwicklungs-Boards ist in diesem Bereich aber noch sehr überschaubar. Ein Test soll zeigen, wie ausgereift und funktionell verfügbare Lösungen sind.

Zum Test liegen zwei Entwicklungssysteme von Fujitsu des Typs FlexRay-FPGA-Eva-Kit-369 vor. Die beiden identischen Pakete enthalten jeweils ein CPU-Board 369 mit einem zugehörigen Daughter-Board, auf dem das FlexRay-Modul untergebracht ist. Dazu sind noch je ein Netzteil, ein serielles Kabel sowie ein gedrucktes Handbuch und zwei CDs mit Software und Dokumentation enthalten.

Das CPU-Board 369 enthält einen flashprogrammierbaren 32-bit-Mikrocontroller MB91F369G, der über 2 Mbyte RAM verfügt und mit bis zu 64 MHz getaktet werden kann. UART und CAN-Bus sind an neunpolige Stecker geführt. Die meisten Signale sind über Pfostenstecker bequem erreichbar, einige Ports sind an LEDs sowie Reset- und Bedientaster geführt. Über zwei seitlich angebrachte 96- und 48-polige Stecker wird das CPU-Board mit dem Tochter-Board verbunden. Dieses enthält das FlexRay-Modul mit ebenfalls zwei 9-poligen Anschlüssen für den FlexRay-Bus. Dabei handelt es sich nicht etwa um zwei getrennte Busse, vielmehr besteht ein FlexRay-Bus aus zwei physikalisch getrennten Kanälen, von denen jeder Kanal über einen eigenen Stecker geführt wird. Als Bustreiber sind RS-485-Treiber bestückt. Optional können die fest verbauten Treiber auch deaktiviert und durch Aufsteckmodule mit alternativen Treibern ersetzt werden; solche sind nicht im Lieferumfang enthalten.

Die Hardware bietet in der vorliegenden Konfiguration keine Unterstützung für die Verwendung eines Bus-Guardians. Auf dem Tochter-Board sind alle relevanten FlexRay-Signale sowohl des Communication-Controllers (CC) als auch des Bustreibers leicht erreichbar und gut beschriftet. Das aufgesteckte Modul hat darüber hinaus eine JTAG-Buchse, über die der FPGA aktualisiert werden kann. Bei dem in dem FPGA realisierten Controller handelt es sich um das ERAY-Modul von Bosch.

Für den Aufbau müssen lediglich CPU-Board und Tochterplatine aneinander gesteckt und die Spannungsversorgung angeschlossen werden. Dabei empfiehlt es sich, die Installationsanleitung zunächst komplett durchzulesen. Bei der Inbetriebnahme Schritt für Schritt folgt der Hinweis auf die wichtige Konfiguration der Jumper erst, nachdem das Board bereits an die Spannung angeschlossen wurde, um die Leuchtdiodenanzeigen zu kontrollieren. Bei beiden vorliegenden Exemplaren sind alle Jumper im Auslieferzustand bereits korrekt eingestellt.

Die Steuerung des FlexRay-Evaluation-Kits erfolgt über die im Paket enthaltene Softune IDE, Version 6 (Bild 1). Zur Installation ist ein Internetzugang erforderlich, da ein Passwort angefordert werden muss. Mit der Softune Workbench lassen sich die beigefügten Beispielapplikationen laden, editieren und übersetzen. Zur Ausführung können die Projekte wahlweise über den bei Auslieferung im Flash des 369-Boards befindlichen Monitor-Debugger ausgeführt werden; alternativ lässt sich die Software auch direkt in das Flash übertragen. In diesem Fall wird der Monitor-Debugger überschrieben, der aber beigelegt ist und jederzeit wieder in den Flashspeicher geschrieben werden kann.

Bei Benutzung des Monitor-Debuggers kann das laufende Programm nicht von Softune aus angehalten werden, stattdessen muss eine Taste auf dem Board betätigt werden. Auch ein Neustart der Applikation über den Resetbutton in Softune funktioniert nicht, stattdessen muss die Debug-Sitzung beendet und neu gestartet werden, was dank kurzer Ladezeit aber erträglich ist. Der Resettaster auf dem 369-Board sollte innerhalb einer Debug-Sitzung nicht verwendet werden, da Softune dann die serielle Verbindung mit dem Monitorprogramm verliert und erst nach längerem Timeout wieder reagiert. Der Debugger bietet auch Breakpoints in beliebiger Anzahl.