Verkehrssünder Fahrverbot vermeiden dank TÜV Süd

Der Ende April in Kraft getretene Bußgeldkatalog bringt härtere Strafen für Verkehrssünder mit sich. So drohen Fahrverbote nun bei deutlich geringeren Geschwindigkeitsüberschreitungen als bisher. Der TÜV Süd gibt Tipps, wie sich Fahrverbote dennoch vermeiden lassen.

Während ein Fahrverbot für manche nur ein lästiges Ärgernis darstellt, kann es für Berufskraftfahrer und Pendler zur Existenzbedrohung werden. Mit dem Seminar MobilPLUS-Prävention des TÜV Süd lässt sich ein drohendes Fahrverbot verkürzen oder sogar verhindern.

Gerichtliche Ausnahme vom Fahrverbot?

Droht ein Fahrverbot, hat der Betroffene in der Regel zwei Wochen Zeit, um Einspruch einzulegen. Hierfür sollte ein Anwalt für Verkehrsrecht zurate gezogen werden. Dieser muss mit dem verantwortlichen Richter zunächst klären, ob eine Ausnahme vom Fahrverbot ausnahmsweise in Frage kommt.

»Ein gutes Argument vor Gericht ist die Teilnahme an unserem Kurs ‚MobilPLUS-Prävention‘«, meint Axel Uhle, Verkehrspsychologe bei TÜV Süd Pluspunkt. Immer häufiger erkennen Gerichte das Schulungsmodell als Maßnahme zur Verhaltensänderung an, da es die erzieherische Wirkung eines Fahrverbotes ersetzt, so Uhle. Ob dem Antrag auf eine Ausnahmeregelung nach Abschluss des Seminars auch tatsächlich stattgegeben wird, hängt allerdings vom Urteil des Richters ab.

Schulung vor Ort oder online

Das Seminar »MobilPLUS-Prävention« umfasst drei Einzel- oder Gruppensitzungen mit einem ausgebildeten Verkehrspsychologen. TÜV Süd Pluspunkt bietet an vielen Orten Kurse zu unterschiedlichen Tageszeiten an, die aufgrund der aktuellen Lage unter Einhaltung der Hygiene- und Sicherheitsauflagen durchgeführt werden. Alternativ ist auch die Online-Teilnahme möglich. Dieses Angebot erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

Ziel der Schulung ist es, ein Bewusstsein für gefährliche Fahrgewohnheiten und deren Ursachen zu schaffen und Verhaltensänderungen zu bewirken. Die Teilnahmebescheinigung muss nach erfolgreichem Abschluss des Seminars bei Gericht eingereicht werden, um eine Ausnahmeregelung zu beantragen.

Angebote für Alkoholsünder

Auch wer mit Alkohol oder Drogen am Steuer erwischt wird, riskiert ein Fahrverbot oder sogar einen längeren Entzug der Fahrerlaubnis. TÜV Süd Pluspunkt bietet je nach Bundesland spezielle Kurse für Fahrer an, die durch eine Alkohol- oder Drogenfahrt auffällig wurden. Das Ziel dieser Kurse besteht ebenfalls darin, die führerscheinlose Zeit zu verkürzen – oder im Falle einer anstehenden medizinisch-psychologischen Untersuchung sich optimal darauf vorzubereiten.

Hat ein Verkehrsteilnehmer im Fahreignungsregister Flensburg schon bis zu fünf Punkte gesammelt, rät TÜV-Süd-Experte Uhle zur Teilnahme an einem Fahreignungsseminar. Dadurch kann ein Punkt abgebaut werden, vorausgesetzt der Absolvent legt die Teilnahmebescheinigung nach Abschluss der Maßnahme bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde vor. Dies ist vor allem im Hinblick auf den Führerscheinentzug empfehlenswert, der bei acht Punkten in Flensburg droht.

Die Mitarbeiter der TÜV SÜD Pluspunkt GmbH sind telefonisch von Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr unter 0800 3 57 57 57 oder per E-Mail an pluspunkt@tuev-sued.de erreichbar und beantworten Fragen zum Thema Fahrverbot.