Leichtbau Evonik baut Elektrorenner auf Lotus-Basis

Der Chemie-Konzern Evonik hat – ähnlich wie der kalifornische Autobauer Tesla – einen elektrisch angetriebenen Sportwagen gebaut, der auf einem Fahrzeug der englischen Leichtbaukünstler Lotus basiert. Evonik will damit zeigen, wie Chemie-Expertise die Automobilindustrie voranbringen kann.

So kommen in der Lotus Elise-E innovative Speichertechnologie, Leichtbaukomponenten und rollwiderstandsreduzierte Reifen zum Einsatz. Damit erreicht der nur 950 kg leichte und 150 kW starke Elektrorenner eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h und sprintet in 4,4 s von Null auf 100 km/h.

Der Wagen ist eine Kombination aus Fahrzeugteilen mit Spezialchemie des Essener Konzerns und Autotechnologie der britischen Sportwagenschmiede Lotus. Die Li-Ion-Batterie beispielsweise, basiert auf Evoniks Cerio-Speichertechnik, die einen keramischen Hochleistungsseparator enthält. Dieser trennt die Anode zuverlässig von der Kathode und setzt dabei mit weiteren Komponenten in punkto Zyklenfestigkeit, Leistungsabgabe und Sicherheit. Zudem ermöglicht er eine sehr kompakte Bauweise der Batteriezellen – und so eine hohe Energiedichte bei geringem Gewicht.

Auch bei der Karosserie nutzt Evonik hauseigene Technologien zur Gewichtsreduzierung. Die Sandwich-Bauweise mit dem Strukturschaum Rohacell und Kohlenstofffasern machen die Karosserie um 60 bis 70 Prozent leichter als ein vergleichbares Stahlkonstrukt. Dabei setzte Evonik erstmalig ein Injektionsverfahren mit neuer Epoxy-Formulierung und Härtertechnologie ein. Seitenscheiben aus Plexiglas sparen zudem 40 bis 50 Gewichtsprozent gegenüber herkömmlichen Autoscheiben.

Um die hohe Leistung sicher und umweltschonend auf die Straße zu bringen, wurden spezielle Leichtlaufreifen auf Basis der Evonik-Materialien Silica Ultrasil und Silan Si 363 entwickelt. Durch sie sinkt der Rollwiderstand ca. 20 Prozent – mit dem Ergebnis von ca. fünf Prozent Energieeinsparung.