TRW Elektronik ebnet den Weg für intelligente Sicherheit

Martin Thoone: » Moderne Premiumfahrzeuge verfügen schon heute über mehr als 50 separate Steuergeräte - Tendenz steigend.«

In den letzten Jahren ist die Anzahl elektronischer Komponenten im Fahrzeug deutlich gestiegen. Fahrerassistenzsysteme, aktive und passive Sicherheitssysteme, elektrische Antriebe oder die zunehmend elektronisch gesteuerte Unterstützung von Standardfunktionen wie Bremsen oder Lenken - die Elektronik ist zentraler Treiber für neue und optimierte Funktionen im Auto und das größte Wachstumsfeld in der Automobilindustrie.

TRW geht davon aus, dass der Anteil der Elektrik und Elektronik in den nächsten fünf Jahren durchschnittlich von 25 auf 29 Prozent ansteigt und dann fast ein Drittel des Fahrzeugwertes ausmachen wird. Moderne Premiumfahrzeuge verfügen schon heute über mehr als 50 separate Steuergeräte - Tendenz steigend. Intelligente Sicherheitssysteme wie Brems-assistenten oder Spurhalteassistenten setzen sich mehr und mehr durch. Denn durch entsprechende Warnungen oder aktives Eingreifen leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Unfällen oder mindern zumindest deren Folgen. Neue NCAP-Bewertungskriterien und EU-Vorschriften sowie der Wunsch der Autofahrer nach mehr Sicherheit und Komfort werden die Nachfrage nach solchen Systemen weiter steigern. Die Elektronik spielt für diese „kognitiven Sicherheitssysteme“, wie wir sie bei TRW nennen, eine zentrale Rolle. Denn dank ihr sind diese Systeme in der Lage, die Fahrzeugumgebung wahrzunehmen und innerhalb von Sekunden aktiv zu reagieren. Kognitive Sicherheit ist für TRW ein Kerngeschäft, und daher sehen wir den gesamten Bereich Elektronik als strategisch an. Die Elektronik ist aber nicht nur Wegbereiter für mitdenkende, kognitive Sicherheitssysteme, sondern auch einer der wichtigsten Kostentreiber. Darum halten diese Systeme in der Regel zuerst in die Oberklasse Einzug und setzen sich erst nach und nach in kleineren Fahrzeugsegmenten durch. Als Marktführer für aktive und passive Sicherheit arbeitet TRW daran, Sicherheit für möglichst viele Autofahrer erschwinglich zu machen - nicht nur für Fahrer von Premiumfahrzeugen.

Kostengünstige Radar- und Kamerasysteme

TRW hat das Ziel, kostengünstige, skalierbare Kamera- und Radar-Systeme für kleinere Fahrzeuge und globale Fahrzeugplattformen zu entwickeln. Einen kostengünstigen 24-GHz-Mittelbereichs-Radar konnten wir bereits zur Serienreife bringen. Dafür haben wir entsprechende Aufträge von Kunden. Er kostet heute fast halb so viel wie ein 77-GHz-Radar und ermöglicht vorausschauende Kollisionswarnung, adaptive Geschwindigkeitsregelung, limitierte Notbremsung und Toter-Winkel-Erkennung sowie Spurwechselassistenz. Um der Nachfrage nach immer ausgefeilteren Kamerasensoren für fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme nachzukommen, entwickeln wir derzeit auch skalierbare Kameras. In diesem Bereich erwarten wir ein großes Wachstum. Denn wir gehen davon aus, dass die Ausstattungsrate für Kamera-, aber auch Radar-Systeme in naher Zukunft auch für Pkw steigen wird; für neue Lkw-Fahrzeugplattformen werden automatische Notbrems- und Spurhaltesysteme in der EU schon ab 2013 Pflicht. Die Entwicklung im Bereich Kamera und Radar wird vermutlich mit der gleichen Geschwindigkeit von statten gehen wie in den letzten Jahren und derzeit wächst unser Auftragsvolumen für Fahrerassistenzsysteme Jahr für Jahr. Der nächste Schritt in Richtung intelligentes Auto ist die 360-Grad-Sensierung. 2012 werden wir daher in unser Center of Excellence für Radar-Technologie im französischen Brest investieren, um einen neuen Nahbereichs-Radar für den Rundum-Blick zu entwickeln und die nächste Generation intelligenter aktiver Sicherheitssysteme zu ermöglichen.

Wachstumsfeld elektrische Lenkung

Der Trend zur Elektrifizierung betrifft aber nicht nur Fahrerassistenzsysteme, sondern auch Standardfunktionen wie das Lenken oder Bremsen. In beiden Bereichen zählt TRW ebenfalls zu den Marktführern und arbeitet intensiv an der Integration dieser Systeme mit anderen Sicherheitsfunktionen. So spart unsere elektrische Lenkung (EPS) nicht nur Kraftstoff, sondern ist auch eine Schlüsseltechnologie für viele Assistenzfunktionen. Unsere elektrische Servolenkung integriert z.B. im Ford Focus die Funktion „Pull Drift Compensation“. Vor dem Hintergrund immer strengerer CO2-Grenzwertvorgaben und der großen Nachfrage nach Fahrerassistenzfunktionen erwarten wir für die EPS ein großes Wachstum und werden 2012 weiter in dieses Geschäftsfeld investieren, um den Funktionsumfang stetig zu erweitern. Außerdem arbeitet TRW gerade an einem vakuumunabhängigen, integrierten Bremsregelsystem für moderne Antriebe - dem Future Brake System (FBS). Denn die Nachfrage nach Elektro-, Hybrid- und direkteinspritzenden Motoren steigt kontinuierlich. FBS kann mithilfe eines sehr schnellen Motors auch dann die erforderliche Bremskraftverstärkung liefern, wenn kein Vakuum verfügbar ist. Weitere Vorteile: Rekuperation von Bremsenergie, vollständige ESC-Funktion und Integration fortschrittlicher Sicherheitsfunktionen.