OTX nach ISO 13209 Diagnoseabläufe mit dem neuen Diagnosestandard OTX beherrschen

Der neue Standard ISO 13209 OTX bietet nicht nur ein einheitliches wiederverwendbares Austauschformat für Prüfsequenzen in der Off-Board- Diagnose, er leistet auch einen wesentlichen Beitrag zur Beherrschung der heute allgegenwärtigen Komplexität. Der Beitrag beschreibt die wesentlichen Basiskonzepte von OTX und deren Anteil zur Unterstützung des Diagnose-Entwicklungsprozesses in Entwicklung, Produktion und Service.

OTX (Open Test sequence eXchange) ist eine domänenspezifische Sprache auf hoher Abstraktionsebene mit dem Ziel der graphischen Beschreibung von Prüf-sequenzen. Das XML-basierte, plattform- und testerunabhängige Austauschformat ist in der Norm ISO 13209 in drei Teilen beschrieben. Teil 1 gibt einen allgemeinen Überblick über die verschiedenen Teile des Standards und zeigt Anwendungsfälle auf. In Teil 2 wird das Core-Datenmodell spezifiziert. Es beschreibt die Basis-Struktur, die jedem OTX-Element zugrunde liegt, definiert die Ablauflogik für Prüfsequenzen und enthält ähnlich einer prozeduralen Programmiersprache alle dafür nötigen Kontrollstrukturen, Deklarationen, Fehlerbehandlungs- und Erweiterungsmechanismen. Teil 3 enthält die standardisierten Erweiterungsbibliotheken für unterschiedliche Aufgaben innerhalb des Prüfprozesses (Bild 1). Diese Bibliotheken verwenden den Erweiterungsmechanismus des Core-Datenmodells. Erst in diesem Teil des Standards kommt die Fahrzeugdiagnose ins Spiel. Das Core-Datenmodell selbst ist davon unabhängig und kann z.B. auch in der Testautomatisierung oder der HiL-Simulation verwendet werden.