Der Qualität verpflichtet

Seit Jahresbeginn steht die Audi-Elektronikentwicklung unter neuer Führung. Im Exklusiv-Interview mit Elektronik automotive erklärt der neue Leiter Ricky Hudi, welche Bedeutung der gegenwärtige Paradigmenwechsel der Automobilindustrie für die Fahrzeugelektronik hat und was die Branche vom neuen Audi A8 zu erwarten hat.

Seit Jahresbeginn steht die Audi-Elektronikentwicklung unter neuer Führung. Im Exklusiv-Interview mit Elektronik automotive erklärt der neue Leiter Ricky Hudi, welche Bedeutung der gegenwärtige Paradigmenwechsel der Automobilindustrie für die Fahrzeugelektronik hat und was die Branche vom neuen Audi A8 zu erwarten hat.

Herr Hudi, Sie sind seit dem 1.1.2009 Leiter der Elektronikentwicklung bei Audi. Was ist das Resümee Ihrer ersten Monate?

Ricky Hudi: Mein Vorgänger und langjähriger Weggefährte Dr. Willibert Schleuter und ich sind ein über Jahre hinweg gut eingespieltes Team und hatten eine lang geplante Übergabephase. Dies ermöglichte mir schließlich, mit der Mannschaft sofort voll durchzustarten. Und genau von der Arbeit an diesen tollen Produkten war das letzte dreiviertel Jahr geprägt. Meine Mannschaft und ich arbeiten mit sehr viel Leidenschaft und Begeisterung an der Entwicklung des neuen Audi A8, des A1, A7 und der neuen A6-Familie. Alle genannten Fahrzeuge werden gerade auf dem Gebiet der Elektrik/Elektronik wieder viele Innovationen bringen. Lassen Sie sich überraschen.

Sie sehen, da läuft die Entwicklungsmaschinerie auf Hochtouren. Aber genau diese große Vielfalt an Produkten und das Gestalten von neuen großen Dingen machen mir zusammen mit meinem sehr kompetenten Team riesigen Spaß.

Audi hat sich in den letzten Jahren die Qualitätsführerschaft erarbeitet – speziell im Elektronikbereich. Wie wollen Sie dieses hohe Niveau halten oder sogar noch weiter steigern?

Hudi: Qualität und Zuverlässigkeit sind für mich und meine Mannschaft zeitlose Werte, denen wir uns absolut verpflichtet fühlen. Wir haben uns vor einigen Jahren das sehr ambitionierte Ziel gesetzt, ein neues Produkt immer um 30 Prozent besser anlaufen zu lassen als das Vorgängerprojekt zum selben Zeitpunkt. Mit der neuen Audi-A4-Familie wurde dies erstmals so praktiziert. Das Ergebnis zeigt uns heute, dass wir unser Ziel sogar noch übererfüllen konnten.

Diese Vorgehensweise haben wir natürlich auf alle neuen Fahrzeugprojekte übertragen.

Eine Bestätigung für unsere Leistung und eine Motivation ist die aktuelle ADAC-Pannenstatistik. Der Audi A6 verbuchte im hochkarätig besetzten Feld „obere Mittelklasse/Oberklasse“ in der Statistik die wenigsten Probleme. Damit distanzierte die Baureihe A6 zum siebten Mal in Folge alle Mitbewerber um den Zuverlässigkeitspreis. In der „unteren Mittelklasse“ setzte sich der A3 an die Spitze, in der „kleinen Klasse“ gelang dies auch dem A2. Nur knapp geschlagen geben musste sich unser Audi A4 in der Kategorie „Mittelklasse“. Allerdings fuhr er vom dritten Platz im Vorjahr auf Platz zwei vor.

Bereitet Ihnen dabei der Trend zur Elektrifizierung des Antriebsstrangs Sorgen? Werden wir branchenweit in Zukunft wieder mehr Elektronikpannen sehen?

Hudi: Elektromobilität ist ein sehr großes und auch sehr spannendes neues Betätigungsfeld. Bei der Entwicklung dieser Produkte gelten aber die gleichen hohen Ansprüche an Qualität und Zuverlässigkeit wie bei jedem anderen Fahrzeug. Allerdings sind viele Fragen auf dem Gebiet der Batterietechnik noch zu klären. Bei der Auswahl der geeigneten Zellformen liegt der Fokus bei Audi auf den Kriterien Sicherheit und Lebensdauer. Ganz wichtig ist hier, dass jede Lithium-Ionen-Anwendung, die im Automotive-Bereich auf den Markt kommen wird, absolut sicher sein muss.