IAA 2019 Bremsspuren bei Ausstellern und Besuchern

Bundeskanzlerin Angela Merkel mit VDA-Präsident Bernhard Mattes und Daimler-Chef Ola Källenius auf der IAA 2019.
Bundeskanzlerin Angela Merkel mit VDA-Präsident Bernhard Mattes und Daimler-Chef Ola Källenius auf der IAA 2019.

Viele Leitmessen in Deutschland wären mit 560.000 Besuchern zufrieden. Die IAA in Frankfurt kann das nicht sein. Allerdings hatte die Automobilindustrie schon im Vorfeld an mehreren Fronten mit widrigen Bedingungen zu kämpfen.

Die Internationale Automobilausstellung in Frankfurt (IAA) musste 2019 deutliche Rückgänge bei Ausstellern und Besuchern verkraften. Auch wenn VDA-Präsident Bernhard Mattes von einem beeindruckenden Endspurt der IAA spricht.

Am Wochenende seien rund 150.000 Besucher auf die international bedeutendste Mobilitätsmesse nach Frankfurt gekommen. Besonders begehrt seien Offroad Parcours, Test Drive und E-Move-Track gewesen. Über 30.000 Besucher nutzten während der IAA diese Erlebnisformate.

»Zur IAA 2019 kamen insgesamt über 560.000 Besucher — und damit deutlich mehr als eine halbe Million Menschen. Keine andere Mobilitätsmesse hat eine höhere digitale Reichweite: Mit über einer halben Milliarde ist sie die mit Abstand wichtigste Mobilitätsplattform. Das ist ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass das Interesse der Menschen am Automobil und an nachhaltiger individueller Mobilität weiterhin sehr hoch ist. Diese IAA hat ihre Attraktivität unter Beweis gestellt. Dieses Ergebnis stimmt uns optimistisch. Die IAA transformiert sich von einer reinen Automobilmesse hin zu einer umfassenden Mobilitätsplattform. Wir haben auf dieser IAA den Dialog mit Kritikern in verschiedenster Form erfolgreich gestartet und die IAA zu dem internationalen Diskussionsforum für die Mobilität der Zukunft entwickelt. Noch nie war die Zahl politischer Gäste so hoch«, erklärte Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie.

Die optimistische Aussage von Mattes darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Anzahl der Besucher um 31 Prozent eingebrochen ist. 2017 kamen noch 810.400 Besucher zur IAA 

Zufrieden ist Mattes auch mit dem Medienecho: Rund 7.800 Journalisten aus 95 Ländern haben sich zur IAA akkreditiert, der Auslandsanteil unter den Medienvertretern beträgt 46 Prozent.
 
Als Fazit zog Mattes: »Nach der IAA ist vor der IAA. Die Transformation der gesamten Branche verändert auch die IAA. Wir gehen noch intensiver in Richtung interaktive Formate, die den Dialog fördern und echte Erlebnisse stärken. Und wir werden noch stärker digital präsent sein.« Das neue IAA-Konzept wird derzeit — in enger Abstimmung mit den VDA-Mitgliedsunternehmen — erstellt. Mattes: »Beschränken wir uns heute primär auf das Messegelände, wollen wir morgen neue Mobilität noch stärker zum Bürger in die Stadt selbst tragen. Damit verknüpft ist die Standortfrage. Frankfurt ist als Standort weiterhin im Spiel, doch es gibt auch andere attraktive Optionen. Wir äußern uns dazu, wenn die Beschlüsse gefasst sind. Ich bin davon überzeugt: Die IAA 2021 wird noch spannender, erlebnisreicher und dialogorientierter als die bereits sehr erfolgreiche IAA 2019.« Eines ist dabei klar: Mattes wird dafür nicht mehr verantwortlich sein. Denn er kündigte auf der IAA seinen Rückzug vom Posten des VDA-Präsidenten an.

 

 

Bilder: 20

Impressionen von der IAA 2019

Von der Elektromobilität über Infotainment bis zu neuen Mobilitätslösungen.