BMW: So wird gespart

Werden es 8000? Zu Weihnachten erfuhr die geschockte Öffentlichkeit von massivem Stellenabbau bei BMW. Jetzt wurde das Sparpaket aufgeschnürt. Bis zum Jahr 2012 will man die Kosten um sechs Milliarden Euro drücken. Vor allem bei Personal und Material.

Die letzten September angekündigten Sparmaßnahmen, mit denen BMW seine Profitabilität verbessern will, sind jetzt auf einer Investorenkonferenz in London präzisiert worden. Angestrebt wird im Automobilsegment bis 2012 eine Umsatzrendite zwischen 8 und 10 Prozent. »Wir legen im laufenden Jahr die Grundlage für eine Trendwende bei der Profitabilität«, sagte Vorstandsvorsitzender Norbert Reithofer in London.

Eine Maßnahme, um die Gewinnmargen zu erhöhen, wird, wie bereits bekannt, die Reduzierung des Personalaufwands sein. Effizientere Produktion soll mehrere tausend Mitarbeiter überflüssig machen. Betroffen hiervon werden vor allem Zeitarbeitskräfte sein. Doch wie erklärt wurde, seien auch beim Stammpersonal Einschnitte vorgesehen, die sozialverträglich und in einem konstruktiven Dialog mit dem Betriebsrat vereinbart wurden. Dabei erhalten Mitarbeiter im Verlauf des Jahres 2008 die Möglichkeit zur Altersteilzeit. Außerdem sollen freiwerdende Stellen nicht mehr besetzt werden. Auch wird es Abfindungsangebote geben. »Wir wollen mit Hilfe dieses Pakets ab 2009 Kostensenkungen von insgesamt bis zu 500 Mio. Euro pro Jahr erreichen«, erklärte Finanzvorstand Ganal.

Den größten Kostenblock im Unternehmen bilden mit rund 25 Mrd. Euro die Materialaufwendungen. »Konkret erwarten wir, dass zwei Drittel beziehungsweise vier Milliarden Euro des gesamten Potenzials in Höhe von rund sechs Milliarden Euro in diesem Bereich zu realisieren sind,« so Ganal. Er sieht ein jährliches Einsparpotenzial von rund 750 Mio. Euro. »Bis 2012 ergeben sich daraus dann rund vier Milliarden Euro«, führte Ganal aus.

Auch Kooperationen werden angestrebt. Derzeit laufen Verhandlungen mit anderen Herstellern über die gemeinsame Nutzung von Komponenten und Motoren. »Die Gespräche kommen gut voran, sind aber noch nicht abgeschlossen«, sagte Ganal.

In den vergangenen Wochen hatte es viele Spekulationen über eine Zusammenarbeit zwischen BMW und Daimler bei kleineren Fahrzeugen gegeben. Doch waren die Verhandlungen zuletzt nur schleppend vorangekommen. So äußerte Daimler-Chef Dieter Zetsche gegenüber den »VDI Nachrichten«, man sei nicht auf Kooperationen angewiesen und könne die nächste Generation der Kleinwagen auch ohne Partner entwickeln.