Entwicklung zum automatisierten Fahren BMW Simulationszentrum für reale Fahrsituationen

Visualisierung des neuen BMW Fahrsimulationszentrums mit einer Bruttogeschossfläche von 11.400 Quadratmetern.
Visualisierung des neuen BMW Fahrsimulationszentrums mit einer Bruttogeschossfläche von 11.400 Quadratmetern.

Der Baubeginn in München ist erfolgt. Auf dem Gelände des Forschungs- und Innovationszentrums »FIZ« entsteht ein neues Gebäude zur hochdynamischen Simulation realer Fahrsituationen. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2020 vorgesehen.

Das neue Fahrsimulationszentrum von BMW entsteht im Münchner Norden auf einem zentralen Areal zwischen dem »Projekthaus« und dem »Aerodynamischen Versuchszentrum«. Auf einer Bruttogeschossfläche von 11.400 m2 sollen dort insgesamt 14 Simulatoren und Usability Labs sowie Arbeitsplätze für insgesamt 157 Beschäftigte entstehen. Die veranschlagte Investitionssumme beläuft sich dabei auf rund 100 Mio. Euro.

Das neue Gebäude wird zahlreiche Möglichkeiten zur virtuellen Erprobung von Fahrerassistenzfunktionen sowie von Anzeige- und Bedienkonzepten bieten. Der Automobilhersteller stärkt damit seine Entwicklungskompetenz auf dem Gebiet des autonomen Fahrens, um Funktionen und Praxistauglichkeit künftiger Fahrsysteme bereits in einem frühen Entwicklungsstadium ausgiebig zu testen und zu analysieren.

Simulationsanlagen für automatisierte Fahrfunktionen

Wesentlicher Bestandteil des neuen Fahrsimulationszentrums sind zwei Simulationsanlagen, die auf die Erprobung hochkomplexer Systeme für das automatisierte Fahren ausgelegt sind:

  • High Dynamic Simulator: Längs- und Querbeschleunigskräfte von bis zu 1,0 g zur Erprobung neuer Systeme und Funktionen zur Darstellung von hochdynamischen Ausweichmanövern, Vollbremsungen und intensiven Beschleunigungsvorgängen.
  • High Fidelity Simulator: Gleichzeitige Längs-, Quer- und Drehbewegung eines Fahrzeugs auf dem fast 400 m2 großen Bewegungsfeld zur realitätsnahen Simulation, um Studien wie im realen Straßenverkehr durchführen zu können – auch anspruchsvolle Situationen des innerstädtischen Verkehrs.

Die Plattform des Fahrsimulators ist dabei auf einem elektromechanischen Hexapod-System gelagert und kann über einen weiteren elektrischen Antrieb in Längs- und in Querrichtung bewegt und gedreht werden. Um den Fahrern dabei auch optisch und akustisch eine realitätsnahe Abbildung der simulierten Verkehrssituation zu vermitteln, sind eine Projektionsleinwand und eine Geräuschsimulation integriert.

Die virtuellen Erprobungsfahrten sollen künftig nicht ausschließlich von Entwicklern durchgeführt werden, sondern regelmäßig auch von externen Versuchspersonen. Die Analyse ihres Fahrverhaltens im Simulator und ihre im Anschluss daran abgefragte Beurteilung liefern wichtige Erkenntnisse für die weitere Entwicklung.