BMW: Keine neue Wasserstoff-Flotte

BMW setzt beim Thema »Antrieb der Zukunft« vorerst nicht mehr auf den Wasserstoff-Antrieb. Dies bestätigte Klaus Draeger, Entwicklungsvorstand bei BMW, in einem Interview mit dem Handelsblatt.

»Vorerst wird es keine neue Wasserstoff-Testflotte geben. Wir arbeiten aber weiter an der Technik«, erklärte Draeger gestern gegenüber dem Handelsblatt und unterstreicht damit die momentane Strategie des OEMs im Wettlauf um die »Auto-Antriebstechnologien der Zukunft«zunächst auf den Bau einer neuen Wasserstoff-Flotte zu verzichten. Allerdings schreibt BMW das Thema H2-Antrieb noch nicht ab – an der Weiterentwicklung dieser Antriebstechnologie hält der Münchner Automobilhersteller fest.

»Wir forschen derzeit beispielsweise an einem Tank, aus dem sich Wasserstoff nicht so schnell verflüchtigt«, ergänzte ein BMW-Sprecher auf Anfrage, ob Wasserstoff neben dem Elektroantrieb eine langfristige Alternative bleibe. Eine neue Flotte bringe derzeit kaum neue Erkenntnisse. Die Antriebstechnik an sich laufe – aktuell richtet sich der Fokus der Entwicklung in diesem Gebiet eher auf die Fragestellung, wie sich das extrem flüchtige Gas möglichst verlustfrei über einen längeren Zeitraum lagern lässt.

Derzeit richtet sich das Hauptaugenmerk bei BMW, wie derzeit auch bei den meisten anderen OEMs weltweit, auf den Elektrantrieb, um Klimaschutzvorgaben in der EU und den USA erfüllen zu können. Auf diesem Gebiet fordert BMW-Chef Norbert Reithofer noch mehr staatliche Förderung und Unterstützung. Unter dem Projektnamen »project i« plant der Münchner Automobilhersteller ein viersitziges reines Elektrofahrzeug, das in der ersten Hälfte des nächsten Jahrzehnts auf den Markt kommen soll.

Seit Jahrzehnten forschen Autohersteller an der Wasserstofftechnologie, um die immer knapper werdenden fossilen Brennstoffe ersetzen zu können. Die deutschen Autobauer verfolgen derzeit verschiedene Wege: Daimler und Volkswagen setzen auf die Brennstoffzelle, BMW hingegen verbrennt den gasförmigen Wasserstoff in herkömmlichen Motoren. Allerdings gibt es bis heute nicht mehr als Testflotten und eine Handvoll Tankstellen.