Gesetzgebung Blei in Autoglas-Konnektoren vor dem Aus

Das fertige Modul im eingebauten Zustand: Heckscheibe mit bleifreiem Anschlusselement und Konnektor für die Verbindung zum Kabelbaum im Fahrzeug.
Das fertige Modul im eingebauten Zustand: Heckscheibe mit bleifreiem Anschlusselement und Konnektor für die Verbindung zum Kabelbaum im Fahrzeug.

Ein Beschluss der Europäischen Kommission sieht vor, Blei in Autoglas-Konnektoren mit Wirkung zum 01. Januar 2013 zu verbieten. Damit ist für europäische Automobilhersteller der Weg geebnet, dem Beispiel der US-Auto-Branche zu folgen und eine der letzten Blei-Quellen im Fahrzeug zu eliminieren.

Im nordamerikanischen Markt sind bereits über zwei Millionen Fahrzeuge mit bleifreien Anschlüssen unterwegs – etwa zum Beheizen der Heckscheibe oder in Radioantennen. Bereits 1998 hat die Antaya Technologies Corporation ein wirksames Verfahren entwickelt, um das Blei im Lötmaterial durch Indium zu ersetzen. Seitdem hat das Unternehmen für die Einführung der Technologie in Europa und die Abschaffung der Ausnahmeregelung gekämpft.

Das Gesundheitsrisiko, das von Blei ausgeht, ist bekannt. Aus diesem Grund ist es heute größtenteils aus Fahrzeugen verbannt. Dennoch blieb bei den Konnektoren die Ausnahme in der EU-Gesetzgebung lange Zeit bestehen. Jetzt, nach intensiven Tests durch einen eingesetzten Fachausschuss, hat die Europäische Kommission das Ende der Sonderregelung für die EU-Altautoverordnung aus dem Jahr 2000 (EU-2000/53/EC) beschlossen. Damit werden europäische Automobilhersteller dazu verpflichtet, ab 2013 in Neufahrzeugen ausschließlich bleifreie Konnektoren zu verbauen. Für die OEMs sollte dies kein Problem darstellen, setzten sie im amerikanischen Markt doch schon seit Längerem teilweise auf bleifreie Lösungen, während in Europa bleihaltige Produkte verwendet werden.

Bedenken bestehen jedoch hinsichtlich Kosten und Temperaturbeständigkeit der neuen bleifreien Technologie. Nach Angaben von Antaya betragen die Mehrkosten für bleifreie Systeme lediglich 1 Euro pro Fahrzeug, technische Probleme traten in Amerika, wo extreme Temperaturen auftreten als in Europa, bisher nicht auf.

"Wir fühlen uns der Bleifreiheit in Fahrzeugen verpflichtet, da dies sowohl für die gesamte Lieferkette als auch für den Autofahrer selbst von Vorteil ist. Unser Ziel ist es, das Blei aus unserer Produktion, den Werken unserer Kunden und den Fahrerkabinen der Autos zu verbannen", erklärt John Pereira, Geschäftsführer von Antaya.