MathWorks AUTOSAR und andere Trends

Guido Sandmann, Automotive Marketing Manager, EMEA, MathWorks Inc.
Guido Sandmann, Automotive Marketing Manager, EMEA, MathWorks Inc.

Es ist mittlerweile keine Frage mehr, ob AUTOSAR flächendeckend in der Serienentwicklung eingesetzt wird. Im Laufe des Jahres 2011 hat sich abgezeichnet, dass Automobilhersteller und -zulieferer in dieser Frage für neue Serienprojekte im Wesentlichen auf die aktuellen Releases 3.2 oder 4.0 setzen, die mittlerweile in stabilen Revisionen veröffentlicht sind. Insbesondere zeigt sich damit, dass die für die Phase III aufgestellten Ziele bis dato umgesetzt werden konnten. Dazu zählt beispielsweise die Stabilisierung der AUTOSAR-Releases für den Serieneinsatz.

Auf dieser Basis haben Hersteller von AUTOSAR-Werkzeugen die Chance, die Unterstützung dieser Releases sowie auch die Gewährleistung der Inter-operabilität der Werkzeuge auf breiter Basis sicherzustellen. MathWorks ist langjähriges AUTOSAR-Premium-Mitglied und hat sich entschieden, diese Initiative langfristig und nachhaltig zu unterstützen. Insbesondere hat MathWorks in den vergangenen Monaten eng mit Kunden in Serienprojekten zusammengearbeitet, um entsprechende Anforderungen, die sich aus der Anwendung der genannten Releases ergeben, schnell und flexibel umsetzen zu können.

Die Standardisierungsaktivitäten unter AUTOSAR sind nie Selbstzweck gewesen, sondern stellen eine notwendige Initiative dar, um der wachsenden Komplexität von software-dominierten Funktionen im Auto zu begegnen. Gleichzeitig helfen sie, Entwicklungsprozesse qualitativ zu verbessern. Dabei zielt nicht nur AUTOSAR in diese Richtung. Ein wichtiger Trend, der gerade in der Autoindustrie stattfindet, ist das Thema Funktionale Sicherheit, der sich in der kürzlich final veröffentlichten ISO 26262 manifestiert hat.

Model-Based-Design hat sich seit Jahren als Entwicklungskonzept für eingebettete Software in Automotive sowie in zahlreichen anderen Bereichen etabliert. Der Grund hierfür ist die Möglichkeit, mit Model-Based-Design der steigenden Komplexität und den wachsenden Qualitätsanforderungen im Rahmen der Elektronikentwicklung effizient zu begegnen. Gerade die Frage der Komplexität hat sich bei der Umsetzung weiterer Trends wie der Elektromobilität verstärkt, da hier die Entwicklungs-Teams aus verschiedenen Fahrzeugdomänen noch früher und noch enger zusammenarbeiten müssen. Leistungsfähige Entwicklungs- und Simulationsumgebungen wie Matlab und Simulink mit den verfügbaren Lösungen für Code-Generierung, Verifikation und Validierung oder Physikalische Modellierung spielen für den Erfolg eine wesentliche Rolle. Die Tools ermöglichen eine reibungslose und Standard-konforme Entwicklung - sei es AUTOSAR oder ISO 26262.

Die AUTOSAR-Partnerschaft hat im Oktober 2011 angekündigt, dass der Standard auf Nicht-Automotive-Bereiche ausgeweitet wird. MathWorks, als Anbieter von Werkzeugen, die bereits seit Jahren in zahlreichen Industrien wie der Industrieautomatisierung, der Energietechnik oder im Bahnbereich angewendet werden, unterstützt diese Entscheidung, da es diesbezüglich in der Vergangenheit bereits konkrete Kundenanfragen gab. Aus der Sicht eines Werkzeuganbieters bleibt es zunächst abzuwarten, welche konkreten und später industriespezifischen Anforderungen sich in Zukunft aus der Ausweitung ergeben. Die Einschätzung ist, dass durch die Einigung vieler Industriebereiche auf einen Standard und dessen künftige gemeinsame Weiterentwicklung Vorteile für Werkzeuganbieter entstehen, die sich dadurch ausdrücken, dass gleiche Ideen und Konzepte nicht in verschiedene Industriestandards umgesetzt würden, für die Tool-Hersteller jeweils explizite Lösungen implementieren müssten.

Die Trends zur Standardisierung wie AUTOSAR, aber auch ISO 26262 verfolgen das Ziel, Prozesse nachhaltig zu verbessern und damit die Qualität der entwickelten Produkte zu erhöhen. Dies wiederum sind wesentliche Grundlagen, um die großen Trends und Herausforderungen der automobilen Zukunft, das heißt Elektromobilität, CO2- und Verbrauchsreduktion, aber auch Anwendungen der aktiven Sicherheit in robuste und zuverlässige Applikationen umsetzen zu können. MathWorks begleitet diese Trends bereits seit Jahren und verfolgt mit Model-Based-Design dasselbe Ziel: Prozesse zu verbessern und Qualität in der Embedded-Software zu erhöhen - sei es im Kontext von Automobilanwendungen oder darüber hinaus.