Design elektronischer Systeme im Auto Siemens und ARM kooperieren für eine neue Mobilität

Die Partnerschaft soll der Automobilindustrie helfen, Herausforderungen bei Design und Verifikation zu meistern.
Die Partnerschaft soll der Automobilindustrie helfen, Herausforderungen bei Design und Verifikation zu meistern.

Siemens hat eine Partnerschaft mit dem Halbleiter-IP-Anbieter ARM angekündigt. Die daraus entstehende Kombination aktueller IP Blöcke, Methoden, Prozesse und Werkzeuge soll Automobilherstellern, Integratoren und Zulieferern helfen, Plattformen schneller zu entwickeln und zur Marktreife zu führen.

Die Automobil-Branche steht vor massiven Herausforderungen bei der Entwicklung von neuen Mobilitätsplattformen. Entscheidende Fortschritte in der Computer- und Sensortechnologie, angefangen bei den integrierten Schaltkreisen und der Software innerhalb der Fahrzeugelektronik, ermöglichen neue Entwicklungsmethoden für die aktive Sicherheit, Fahrerassistenz, Fahrzeug-Infotainment, digitale Cockpits, C2X-Kommunikation sowie selbstfahrende Fahrzeuge. Die Kombination der Technologien von Siemens und ARM soll es den Automobilherstellern und -zulieferern ermöglichen, fortschrittliche elektronische Systeme und Automotive-Lösungen schneller und im Gesamtkontext des vernetzten Autos zu entwickeln.

»Die Entwicklung künftiger Transportlösungen erfordert die Zusammenarbeit über komplexe Ökosysteme hinweg«, so Dipti Vachan von ARM. »Die Zusammenarbeit mit Siemens soll sicherheitsrelevante, skalierbare, heterogene Berechnungen neu definieren.«

Die System- und Anwendungsentwicklung im Automobilbereich soll nach Angaben der beiden Unternehmen von der Kombination eines digitalen Zwillings aus der PAVE360-Umgebung von Siemens und ARM IP-Blöcken insbesondere mit hochpräzisen Modellierungstechniken profitieren – von den Sensoren und ICs bis hin zur Fahrzeugdynamik und der Umgebung, in der das Fahrzeug arbeitet. Die digitalen Zwillinge sollen so ganze Software-Stacks ausführen, und damit schon zu Beginn des Entwicklungsprozesse Metriken zur Stromaufnahme und Leistung liefern. Dieses Zusammenspiel soll helfen, sicherheitskritische Systeme, ICs und Softwarelösungen mit Hiblick auf übergeordnete Mobilitätssysteme zu entwickeln und zu validieren.

Simulation und Verifizierung von System-on-Chip-Designs

Ziel der Kooperation ist es, Entwicklern ein besseres Verständis an die Hand zu geben, wie Subsysteme und System-On-Chips (SoC)  innerhalb eines Fahrzeugs funktionieren, lange bevor das Fahrzeug gebaut wird.  Die Automotive IP von ARM soll bei der Entwicklung von Silizium für sicherheitskritische Anwendungen unterstützen und diese für die gesamte Automobil-Zulieferkette verfügbar machen. Vorteile sollen sich vor allem durch das Umdenken im Halbleiterdesign und die sich daraus ergebende Konsolidierung elektronischer Steuergeräte (ECUs) ergeben. Weniger benötigte Leiterplatten und geringere Kabellängen könnten nach Angaben von Siemens beispielsweise mehrere Tausend Euro pro Fahrzeug einsparen. Außerdem kann das Fahrzeuggewicht damit verringert werden, was sich je nach Umfang positive auf die Reichweite von Elektrofahrzeugen auswirken kann.