Investitionen von 70 Millionen Euro Mercedes-Benz eröffnet Entwicklungs- und Versuchszentrum für Lkw

Mit der Anlage im Werk Wörth testet Mercedes-Benz seit kurzem Lkw  in Echtzeit. Im 24/7-Betrieb können Antriebsstränge, angefangen vom klassischen Dieselantrieb über Gasmotoren, Hybridantriebe bis hin zu batterieelektrischen und Brennstoffzellenantrieben unter realistischen Fahrbedingungen auf dem Prüfstand simuliert und zur Serienreife entwickelt werden.
Mit der Anlage im Werk Wörth testet Mercedes-Benz seit kurzem Lkw in Echtzeit. Im 24/7-Betrieb können Antriebsstränge, angefangen vom klassischen Dieselantrieb über Gasmotoren, Hybridantriebe bis hin zu batterieelektrischen und Brennstoffzellenantrieben unter realistischen Fahrbedingungen auf dem Prüfstand simuliert und zur Serienreife entwickelt werden.

In Wörth hat Mercedes-Benz sein erweitertes Entwicklungs- und Versuchszentrum nach anderthalb Jahren Bauzeit feierlich eröffnet. Das Unternehmen investiert in den Standort rund 70 Millionen Euro für die Entwicklung von Lkws.

Das Entwicklungs- und Versuchszentrum (EVZ) ist Kompetenzzentrum für die Entwicklungsarbeit von Mercedes-Benz Lkw und spielt eine wichtige Rolle in der Entwicklung und Erprobung des vernetzten, automatisierten und elektrischen Fahrens.  Rund 50 Millionen Euro wurden investiert – unter anderem für ein neues Prüfstandgebäude für System- und Gesamtfahrzeugtests und ein Büro- und Werkstattgebäude. Zusätzliche rund 20 Millionen Euro flossen in den hochmodernen Lkw-Rollenprüfstand für umfassende Tests der entsprechenden Fahrzeuge in Echtzeit. Mit dieser Anlage testet Mercedes-Benz seit kurzem Lkw umfassend, nachhaltig und in Echtzeit. Im 24/7-Betrieb können Antriebsstränge, angefangen vom klassischen Dieselantrieb über Gasmotoren, Hybrid­antriebe bis hin zu batterieelektrischen und Brennstoffzellenantrieben unter realistischen Fahrbedingungen auf dem Prüfstand simuliert und zur Serienreife entwickelt werden. 

Statt auf öffentlichen Straßen werden nun in der Prüfhalle über eine Fahrsimulation gemessene Testfahrten oder gesetzlich vorgegebene Testzyklen automatisiert und sehr präzise nachgefahren. Der Lkw wird dazu über eine Steuerleitung mit dem Prüfstandrechner verbunden und von dort aus in allen notwendigen Funktionen gesteuert. So sind viele aufwendige Kraftstoffverbrauchsmessungen, die zuvor ausschließlich auf der Straße durchgeführt wurden, unter vergleichbaren Randbedingungen und mit noch größerer Wiederholgenauigkeit auf dem Prüfstand möglich. 

Der Prüfstand verfügt über ein großes Fahrtwindgebläse mit einem Luftstrom von über 800.000 m³/h, was einer maximalen Anströmgeschwindigkeit von 90 km/h entspricht. Der gesamte Prüfraum lässt sich stufenlos im Temperaturbereich von –7 bis +50°C zur Darstellung von extremen Umgebungsrand­bedingungen einstellen. 

Auf dem neuen Prüfstand können verschiedene Fahrzeugkombinationen mit bis zu vier angetriebenen Achsen gefahren werden. Dabei steht die Zugmaschine in der Prüfhalle auf vier Trommeln mit einem Durchmesser von drei Metern. An jeder Rolle befindet sich ein großer, wassergekühlter Elektromotor mit einer Leistung von 600 kW. Diese elektrischen Maschinen ermöglichen die Simulation aller Fahrwiderstände, die im realen Fahrbetrieb von außen auf das Fahrzeug wirken. Hierzu gehören beispielsweise extreme Steigungsfahrten unter Volllast mit maximaler Zuladung oder auch der Bremsbetrieb während einer Bergabfahrt. Die auf dem Prüfstand fahrbaren Geschwindigkeiten decken alle in Europa erlaubten Maximalgeschwindigkeiten auf Autobahnen ab.