Datenbrillen im Automotive-Sektor Lexus testet AR-Brillen

Service-Mitarbeiter mit Video-Direktsicht-Brille bei Lexus.
Service-Mitarbeiter mit Video-Direktsicht-Brille bei Lexus.

Effizienzsteigerung bei Wartung und Fehlerfindung werden schon länger als Anwendungsfälle für erweiterte Realität diskutiert. Lexus will mit AR-Brillen zusätzlich das Werkstattgeschäft ankurbeln. Ein Pilotprojekt mit AR-basierter Direktannahme läuft bereits.

Toyotas Premium-Marke wird den Nutzen von Datenbrillen sechs Monate lang testen. Dafür wurden Video-Direktsicht-Brillen vom Hersteller RealWear angeschafft (Modell HMT-1). Dieser Typ von AR-Brillen arbeitet mit einer integrierten Kamera, die das Geschehen aus der Perspektive des Trägers aufzeichnet, das Bild mit weiteren relevanten Informationen überlagert und es auf einem augennahen Display ausgibt.

In der Pilotphase wird geprüft, ob und in welchem Maß sich mit den AR-Brillen die Arbeit für die Service-Mitarbeiter den lokalen Werkstätten vereinfacht. Bei einem technischen Problem kann sich der Service-Mitarbeiter mit Fachpersonal in der Deutschland-Zentrale verbinden und ihm Zugriff auf die Bilddaten der Kamera gewähren. Das Fachpersonal kann seinerseits Dokumente und Bilddateien an die AR-Brille des Mitarbeiters übermitteln.

Neben einer schnelleren Problembehebung sollen auf diese Weise auch Fälle reduziert werden, in denen technisches Fachpersonal anreisen muss. Und damit auch Reisekosten, Wartezeiten und Folgetermine für Werkstattkunden.

Direktannahme beim Kaffee in der Wartezone

Audio- und Bilddaten der AR-Brille können live an einen Ausgabebildschirm übermittelt werden. Lexus will damit die Direktannahme, bei dem der KFZ-Mechaniker gemeinsam mit dem Autobesitzer den Reparaturbedarf direkt am Fahrzeug feststellt, in die Kundenwartezone beim Kaffee verlagern. Der Kunde kann die Inspektion live über ein Tablet verfolgen und sich mit dem KFZ-Mechaniker austauschen. Hintergrundgeräusche aus der Werkstatt werden aktiv unterdrückt. Angeboten wird diese Form der Direktannahme im Lexus Forum in Osnabrück seit Anfang Juni.

Bisher verkaufen KFZ-Dienstleister durch die Direktannahme unmittelbar am Fahrzeug durchschnittlich eine halbe Stunde mehr Arbeitszeit pro Werkstattauftrag. Ob sich das Verlagern in die Wartezone im Premium-Sektor lohnt, wird sich nun innerhalb der nächsten sechs Monate zeigen.