Fahrerassistenz und Autonomes Fahren GM übernimmt deutschen Radarhersteller Astyx

Die Gm-Tochter Cruise entwickelt automatisierte Autos und hat sich mit Astyx jetzt eine eigene Radarproduktion ins Haus geholt.
Die GM-Tochter Cruise entwickelt automatisierte Autos und hat sich mit Astyx jetzt eine eigene Radarproduktion ins Haus geholt.

Die GM-Tochter Cruise hat den deutschen Radarhersteller Astyx gekauft. Cruise entwickelt automatisierte Fahrzeuge und will sich mit dem ehemaligen Spin-Off von Daimlers Raumfahrtsparte Wettbewerbsvorteile über die eigene Sensorproduktion verschaffen.

Das Ottobrunner Unternehmen Astyx ist ein ehemaliges Spin-Off der ehemaligen Daimler-Sparte für Luft- und Raumfahrt. 1997 wurde es mit Hilfe von privaten Investoren als eigenständige Firma ausgegliedert und beschäftigt zur Zeit etwa 60 Mitarbeiter.

Das Astyx-Radar

Astyx ist neben Bosch, Continental und ZF einer von mehreren Radar-Produzenten weltweit und hat sich mit automotiven High-end-Radaren als stand-alone Sensorik oder in Sensorfusion für Perception und Maschinelles Lernen einen Namen gemacht. Die Astyx-Radarsysteme sollen sich durch einen weiten Erfassungsbereich, hohe Sensitivität und Auflösung auszeichnen. Neben den üblichen Planarantennen verwendet Astyx nach eigenen Angaben auch polarimetrische und dreidimensionale Antennen aus eigener Entwicklung, welche mit Radaralgorithmen in Prozessoren oder flexibel programmierbaren FPGAs implementiert werden. Aufgrund der hohen Performance eignen sich die Astyx-Radare auch für die Referenzierung anderer Messsysteme, die detailgetreue Umgebungserfassung soll sogar Radarmapping für Geoinformationssysteme erlauben. Laut Branchenkennern könnte die Astyx-Technologie durchaus einen Erkennungsvorsprung für Cruise bedeuten, zusätzlich zu den inheränten Vorteilen der Eingliederung in die interne Entwicklung.

Sensoren als Differenzierungsmerkmal

Sensoren sind eine Schlüsseltechnologie für autonomes Fahren. Radartechnologie hilft insbesondere bei der Identifizierung beweglicher und fester Objekte auf der Straße. Die Astyx-Technik soll in der Lage sein, feste Objekte auf der Staße nicht nur zu erkennen, sondern sie auch von anderen Objekten zu unterscheiden. Diese Differenzierung ist bisher eine der größten Herausforderungen für Fahrerassistenzsysteme. Gerade auf Autobahnen passieren immer wieder Unfälle mit Autopiloten, die fast ungebremst in auf den Fahrspuren liegende Objekte fahren – wie erst zuletzt der Crash eines Tesla-Autopiloten mit einem umgekippten LKW zeigte. Teslas System arbeitet ohne Radar.

Cruise hatte bereits 2017 den Lidar-Anbieter Strobe aus Kalifornien gekauft, musste aber in der Entwicklung immense Verzögerungen hinnehmen, so dass die GM-Tochter derzeit immer noch von externen asiatischen Lieferanten abhängig ist. Die Akquistition von Astyx soll dies nun endlich ändern.