Volkswagen Quantencomputer für intelligent gesteuerten Verkehr

Volkswagen macht weiter Fortschritte bei seiner Arbeit mit Quantencomputern.
Volkswagen macht weiter Fortschritte bei seiner Arbeit mit Quantencomputern.

Volkswagen gelang es, auf einem Quantencomputer ein Programm zur Verkehrssteuerung zu entwickeln, das Prognosen des urbanen Verkehrsaufkommens durch präzise Berechnungen ersetzt. Verkehrsbetriebe, Taxiunternehmen und Fahrdienstleister können damit ihre Flotten effizienter einsetzen. 

Quantencomputer können hochkomplexe Aufgaben wie die Verkehrsoptimierung weitaus schneller lösen als herkömmliche Super-Rechner oder ermöglichen überhaupt erst eine Lösung. Der Volkswagen Konzern sieht in dieser IT-Zukunftstechnologie großes Potenzial für neue Anwendungen im Unternehmen, aber auch für neue Geschäftsmodelle.

Für das neu entwickelte Verkehrsleitsystem nutzen die Volkswagen-Experten anonymisierte Bewegungsdaten - von Smartphones oder Transmittern im Fahrzeug - um auf herkömmlichen Rechnern zunächst Verkehrsballungen und Personenaufkommen, also mögliche Fahrgäste, zu ermitteln. Den zweiten Schritt – die Optimierung – übernimmt der Quanten-Algorithmus, für den die Experten verschiedene Optionen vorsehen. Möglich wäre es beispielsweise, die exakte Zahl an Fahrzeugen vorausschauend verschiedenen Zielorten zuzuteilen, um dort alle wartenden Personen mit einer Transportmöglichkeit zu versorgen.

Damit wären Leerfahrten von Taxen und Bussen ebenso wie eine Knappheit von Fahrzeugen an stark nachgefragten Orten vermeidbar. Taxi-Betreiber könnten teuren Leerbetrieb reduzieren, Verkehrsbetriebe ihren taktgebundenen Fahrplan um nachfrageabhängige Zusatzangebote ergänzen. Für Volkswagen wiederum eröffnet sich das Potenzial, das quantenoptimierte Verkehrsleitsystem als Service-Leistung kommerziell anzubieten. Auch mit Blick auf die Vernetzung von Verkehrsinfrastruktur und Fahrzeugen, insbesondere autonom fahrender Fahrzeuge, sehen die Volkswagen-Experten Anwendungs­möglichkeiten ihres Algorithmus.

Volkswagen will den Algorithmus zunächst in Barcelona erproben, da sie über eine ausreichende Datenbasis für diese Stadt verfügen. Sie arbeiten dazu mit dem Telekommunikationsdienstleister Orange und dem Data Science-Spezialisten Teralytics zusammen. Grundsätzlich ist der Algorithmus für jede beliebige Stadt anwendbar.

Der Automobilhersteller kooperiert beim Thema Quantencomputing mit den Technologie­partnern Google und D-Wave, die den Volkswagen-Experten Zugriff auf ihre Systeme geben.