Mit MOST-Ethernet-Kanal IP-Verkehr einfach und effizient übertragen IP-Architektur eines MOST150-basierenden Infotainment-Systems

Ein Internet-Zugang im Fahrzeug ist zu einem wesentlichen Merkmal moderner Infotainment-Systeme geworden. Er ist die Voraussetzung dafür, den Nutzer mit aktuellen Online-Informationen und Diensten versorgen zu können. Im Falle eines verteilten High-End-Infotainment-Systems basiert die Kommunikation im Wesentlichen auf dem Internet-Protokoll (IP), dessen Mechanismen entsprechend koordiniert werden müssen. Der Artikel beschreibt die IP-Architektur für die nächste Generation Infotainment-Systeme der Daimler AG sowie die dazugehörigen Protokolle und Funktionen, geht auf den MOST-Ethernet-Kanal zur Übertragung des IP-Verkehrs ein und zeigt den gegenwärtigen Status der Implementierung und die Ergebnisse der Leis­tungstests mit den jeweiligen Protokoll-Stacks.

Ein verteiltes High-End-Infotainment-System beinhaltet zusätzlich zur Head-Unit (HU) diverse Geräte wie eine Rear-Seat-Entertainment (RSE)-Unit oder einen TV-Empfänger und ermöglicht den Zugriff auf verschiedene mobile Endgeräte. Die Definition der Funktionalität und Rollen der verschiedenen Geräte, die Spezifikation der möglichen Verbindungen und Zugriffsrechte sowie die IP-bezogenen Einstellungen stellt die IP-Architektur des Systems dar. Der MOST-Ethernet-Kanal, der mit MOST150 eingeführt wurde [1], liefert die notwendige Infrastruktur, um alle benötigten Protokolle und Mechanismen in einem verteilten Infotainment-System zu implementieren, wie IP, TCP oder HTTP (die Spezifikation dieser Protokolle ist unter [2] zu finden). Andere Kommunikationsmerkmale, beispielsweise die synchronen und isochronen Kanäle für einfaches und effizientes Audio- und Video-Streaming, blieben erhalten.