Infotainment unter AUTOSAR

Mit der Einführung von elektronischen Komponenten und ihrer Vernetzung stand die Automobilindustrie vor neuen Herausforderungen. Mit der Anzahl der Geräte wuchs die Systemkomplexität, der Entwicklungsprozess verkomplizierte sich, der Einbauraum wurde immer knapper.

Mit der Einführung von elektronischen Komponenten und ihrer Vernetzung stand die Automobilindustrie vor neuen Herausforderungen. Mit der Anzahl der Geräte wuchs die Systemkomplexität, der Entwicklungsprozess verkomplizierte sich, der Einbauraum wurde immer knapper.

Der Ausweg aus dieser Situation wurde mit der Gründung der AUTOSAR-Entwicklungspartnerschaft gesucht, die sich seit 2002 mit der Standardisierung der Software-Plattform von Automobilen und der zugehörigen Prozesse und Tools beschäftigt und heute den Standard für die Fahrzeuge der nächsten Generationen vorgibt. Bei allen Erfolgen, die AUTOSAR heute vorweisen kann, blieben leider einige wesentliche Probleme ungeklärt: Der Standard ist anwendbar für die typischen Fahrzeug-Funktionen, schließt aber mit Infotainment und Konnektivität gerade die Bereiche aus, die extrem durch die Unterhaltungsindustrie und die Telekommunikation getrieben und in denen Innovationen für den Kunden am direktesten und eindringlichsten erlebbar werden. Und nicht zuletzt würde die Verbindung dieser Bereiche auch für die eigentlichen Fahrzeug-Funktionen Nutzen in allen Bereichen bringen, z.B. bei der Diagnose, bei Software-Updates oder bei Fahrerassistenzsystemen, die mit Daten aus dem Internet noch effektiver funktionieren könnten. Diese Welten sicher und zuverlässig miteinander zu verbinden, ist die Vision von Open-Synergy (www.opensynergy.com).

Das Betriebssystem COQOS

COQOS wurde als universelles Betriebssystem mit folgenden Prämissen konzipiert (Bild):

  • 100-prozentige AUTOSAR-Konformität.
  • Einhaltung der relevanten Automotive-Normen.
  • Offene Systemschnittstellen im Bereich Infotainment und Konnektivität.
  • Verkürzung des Software-Entwicklungszyklus durch Plattform-Ansatz, vor allem in den Bereichen Infotainment und Konnektivität.
  • Reduktion der Steuergeräteanzahl, auch bei Funktionszuwachs.
  • Offenheit und Zukunftssicherheit.
  • Wiederverwendbarkeit und Skalierbarkeit.
  • Flexibilität durch modularen Ansatz.

Die wesentliche Basis von COQOS ist die Virtualisierung, eine Technologie, die sich im letzen Jahr auch im PC-Bereich zum Trend entwickelt hat. Virtualisierung hat das Ziel, die verschiedenen Ressourcen eines Computers zusammenzufassen oder aufzuteilen. Im Fall von COQOS sollen die Ressourcen eines Steuergerätes, basierend auf einem kosteneffizienten System-on-Chip, zwischen Infotainment und Konnektivität einerseits und AUTOSARApplikationen andererseits aufgeteilt werden. Dabei besteht das Ziel, eine gegenseitige Beeinflussung der beiden Software-Welten so sicher auszuschließen, dass die speziellen Anforderungen der Automobilindustrie bezüglich Sicherheit oder Start-up-Verhalten eingehalten werden. Natürlich bestehen neben den selbstdefinierten neuen auch bekannte Anforderungen an COQOS, wie On/Off-Verhalten oder Diagnosefähigkeit.