3D-Effekt minimiert Ablenkung Hyundai enthüllt Studie des virtuellen Cockpits

Hyundai hat ein virtuelles Cockpit vorgestellt, dass an die Bedürfnisse des Fahrers angepasst ist. Besonderheit: 3D-Effekt sortiert Informationen nach Relevanz und minimiert Ablenkung.
Hyundai hat ein virtuelles Cockpit vorgestellt, dass an die Bedürfnisse des Fahrers angepasst ist. Besonderheit: 3D-Effekt sortiert Informationen nach Relevanz und minimiert Ablenkung.

Autos sind längst kein simples Fortbewegungsmittel mehr. Die Anforderungen an ein Cockpit haben sich im letzten Jahrzehnt enorm verändert. Es gibt eine ständig wachsende Vielfalt von Informationen, die das Cockpit mit dem Fahrer austauscht. Hierfür hat Hyundai ein virtuelles Cockpit entwickelt.

Um die Benutzerfreundlichkeit zu steigern, setzt Hyundai bei der Entwicklung des virtuellen Cockpits auf Touch-Displays mit haptischer Rückmeldung in Lenkrad und in der Mittelkonsole, die die Zahl der Schalter, Dreh- und Schiebregler deutlich reduziert. In der jüngsten Entwicklungsphase wurde die Anzeige des Kombiinstruments in ein Multilayer-Display geändert. Es ermöglicht eine neue, sehr natürliche Art der Informationswiedergabe. Im Gegensatz zu herkömmlichen Displays, die ihren Inhalt nur auf einer Ebene anzeigen können, besteht das Multilayer-Display aus zwei Displays, die im Abstand von 6 mm hintereinander montiert sind. Der Abstand zwischen den beiden Displays ermöglicht visuelle 3D-Effekte: Ein Teil der Grafik wird auf dem vorderen Display und der andere Teil auf dem hinteren Display angezeigt. In dem Bereich, in dem sich die Grafiken überlappen, wird der Eindruck eines Objekts im Raum erzeugt. Mit diesem 3D-Effekt kann der Fahrer die Relevanz von Informationen sofort einordnen und wird weniger vom Straßenverkehr abgelenkt. Die für die gegenwärtige Situation wichtigste Information, beispielsweise eine Geschwindigkeitsbegrenzung, wird in der der ersten Ebene angezeigt, weniger wichtige, wie der Füllstand des Tanks in der zweiten.

Die auf den Lenkradanzeigen gegebenen Informationen ändern sich abhängig von der aktuellen Menüebene des Kombiinstruments und auch von der Fahrsituation. Darüber hinaus kann der Fahrer das Layout und die angezeigten Tastenkombinationen auf dem Lenkrad für die Eingabe spezifischer Anwendungen ändern, die auf seine individuellen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Der Fahrer kann die Einstellungen mit bis zu fünf Tasten pro Anzeige anpassen, ähnlich dem Layout eines Smartphones. Diese individuellen Cockpit-Einstellungen werden immer wichtiger, da sie dem Fahrer maximale Freiheit bieten und die Bedienung intuitiver und komfortabler gestalten.

Studie zur Ablenkung des Fahrers

Im aktuellen Entwicklungsschritt wurde das virtuelle Cockpit in ein i30 Serienfahrzeug integriert. Im Auftrag von Hyundai hat das Würzburger Institut für Verkehrswissenschaft eine Studie zur Ablenkung des Fahrers durchgeführt, um die Vorteile für den Fahrer zu bewerten. Im Fokus standen Lernfähigkeit, intuitive Bedienung und mögliche Ablenkung des Fahrers durch das virtuelle Cockpit. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Ablenkung durch das neue Cockpit deutlich unter den Grenzen der Kfz-Sicherheitsverbände AAM und NHTSA liegt. Selbst bei komplexeren Bedienaufgaben stellten die Probanden nur eine leichte Ablenkung fest, die sie aber nicht bei der eigentlichen Fahraufgabe behinderten. Vielmehr lobten die Studienteilnehmer das ansprechende Design, das visuelle und haptische Feedback sowie die reduzierte und intuitive Struktur des Prototyps.

Die frei konfigurierbaren Lenkradanzeigen erhöhen die Flexibilität und ermöglichen die Integration des virtuellen Cockpits in verschiedene Fahrzeugmodelle und -segmente. Der koreanische Automobilhersteller wird die Ergebnisse der aktuellen Studie nutzen und in seine zukünftigen Entwicklungspläne integrieren.