Forschungsinitiative Ko-FAS Gewagter Blick um die Ecke

Die Forschungsinitiative Ko-FAS will „Sicherheit für Alle“ und „Unfallfreies Fahren“. Mit einem Budget von 25 Millionen Euro arbeiten seit 2009 einige der führenden Unternehmen an Strategien und Systemen zur totalen Unfallvermeidung. Erste Ergebnisse, die soeben präsentiert wurden, klingen vielversprechend. Dem System gelingt es nun auch, um die Ecke zu blicken. Fußgänger und Radfahrer müssen dazu allerdings einen kleinen Funk-Chip tragen.

Als der Automobilkonzern Daimler vor Jahren mit seiner Vision vom unfallfreien Fahren an die Öffentlichkeit ging, waren die Experten voller Optimismus. Lidar, Radar und hochauflösende Kameras sollten alles beobachten, was auch nur annähernd in den Gefahrenbereich eines Fahrzeugs kommen könnte. Dennoch gelang es nicht, alle Situationen zu erfassen: Der Blick um die Ecke blieb verwehrt.

Doch dann erprobten Wissenschaftler die Prinzipien der kooperativen Sensorik und der kooperativen Perzeption, der Fusion von Informationen. Jeder Verkehrsteilnehmer soll Daten seiner Umgebung erfassen und weitergeben. Damit war es erstmals möglich, auch verdeckte Verkehrsteilnehmer zu orten. Vor allem aber gelang es, deren Bewegungsprofil zu analysieren und vorherzusagen.

Ein funktionierendes Modell inklusive der ersten intelligenten Kreuzung in Deutschland präsentierte soeben in Aschaffenburg die Forschungsinitiative Ko-FAS, eine Arbeitsgemeinschaft führender Unternehmen und Institute aus der Automobilindustrie, der Forschung und der Hochschulen.

Seit 2009 arbeiten sie an Konzepten, jegliche Kollision im Straßenverkehr zu vermeiden. Rund 26 Mio. Euro stehen ihnen dafür bereit. Und weil davon rund 15 Mio. Euro das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie übernimmt, mahnt Dr. Sven Halldorn, BMWi-Abteilungsleiter Technologiepolitik, Synergieeffekte zu nutzen, die aus den Erkenntnissen vorangegangener Projekte kommen – wie etwa der Car-to-Car-Kommunikation.