Standardisierte E/E-Architektur Daimler vereinheitlicht Hardware als Herzstück des vernetzten Lkw

Daimler Trucks plant seine Lkw Anfang 2017 mit einer neuen Connectivity Hardware auszustatten.
Daimler Trucks plant seine Lkw Anfang 2017 mit einer neuen Connectivity Hardware auszustatten.

Daimler Trucks baut seine intelligenten Plattformen und Module konsequent über die bereits modular konzipierten Komponenten des Antriebsstranges hinweg aus. Dafür arbeiten die Teams des Herstellers eng abgestimmt über Marken und Regionen hinweg zusammen.

Die Plattformen für Antriebskomponenten für mittelschwere und schwere Motoren sowie automatisierte Getriebe hat Daimler Trucks im Markt etabliert. Diese Komponenten machen rund 50 Prozent Wertschöpfung eines Nutzfahrzeugs aus. Jetzt führt der Hersteller markenübergreifende Plattformen auch für andere Modulgruppen des Lkw ein und nutzt damit vorhandene Synergiepotentiale.

Zukünftig wird bei Daimler Trucks über verschiedene Regionen und Marken hinweg eine standardisierte E/E-Architektur eingesetzt. Das ist die Basis, um elektronische Module zeitnah in die Fahrzeuge zu bringen. Schnelligkeit spielt insbesondere eine Rolle, wenn es um Neuheiten rund um die Vernetzung geht. Dazu führt der Hersteller eine neu entwickelte, standardisierte Connectivity Hardware für alle seine Lkw ein. Dieses etwa DIN A5-große Modul wird zukünftig markenübergreifend bei Daimler Trucks verbaut. Es ist das Herzstück des vernetzten Lkw: Hier werden alle Echtzeit-Daten empfangen und gesendet.

Wie funktioniert das im Detail? Zum einen empfängt das Modul Daten von allen im Lkw verbauten Sensoren, Kameras, etc. und wertet diese für unterschiedliche Anwendungen aus. Zudem ist es die Schnittstelle für sämtliche Konnektivitätsdienste und damit zuständig für die Außenkommunikation des Nutzfahrzeugs: Wie ein Smartphone kommuniziert das Bauteil in Echtzeit via Bluetooth, WLAN, 4G-Signal, GPS oder USB-Schnittstelle mit der Infrastruktur, mit anderen Fahrzeugen und weiteren am Logistikprozess beteiligten Instanzen. Das können Spediteure sein, aber auch Logistikzentren, Verkehrsinformationsdienste oder Service-Werkstätten. Weitere Anwendungen sind möglich.

Das Modul wird künftig die Hardware für die bereits bestehenden Konnektivitätslösungen von Daimler Trucks, die Telematik-Systeme von FleetBoard und Detroit Connect, bilden. Entscheidend dabei: die Hardware ermöglicht ein offenes System, d.h. sie kann auch in Fahrzeugen verbaut werden, die nicht von Daimler stammen. Bereits in 2017 holt der Hersteller den Lkw in die Cloud: ab diesem Zeitpunkt werden die Schwer-Lkw von Mercedes-Benz Trucks in Europa als Standard mit dem Modul ausgeliefert, wenig später folgen weitere Märkte sowie weitere volumenstarke Lkw der Daimler Trucks-Marken. Mittelfristig werden auch die mittelschweren Lkw mit der einheitlichen Komponente ausgestattet.