Niedriger Energieverbrauch Wissenschaftler entwickeln Infrarotheizung

Professor Dr. Roman Teutsch (li.) und Dr. Peter Kosack haben eine Infrarotheizung für Fahrzeuge entwickelt, die einfach im Fahrgastraum eingebaut werden kann.
Professor Dr. Roman Teutsch (li.) und Dr. Peter Kosack haben eine Infrarotheizung für Fahrzeuge entwickelt, die einfach im Fahrgastraum eingebaut werden kann.

Fahrer von Elektrofahrzeugen kennen das Problem: will man es im Winter warm haben, sinkt die Reichweite. Herkömmliche Heizungen verbrauchen sehr viel Energie – das geht zu Lasten der Batterie. Forscher der TU Kaiserslautern schaffen Abhilfe und haben eine energiesparende Infrarotheizung entwickelt.

Jeder kennt das Phänomen: Im Winter reichen wenige Sonnenstrahlen aus, um die Wärme zu spüren, während es im Schatten immer noch kalt ist. Verantwortlich dafür sind Infrarotstrahlen. Die speziellen Wärmestrahlen machen sich Forscher der TU Kaiserlautern zu Nutze. Am Zentrum für Nutzfahrzeugtechnologie hat ein Team um Dr. Kosack und Professor Dr. Teutsch eine Infrarotheizung entwickelt. Die Heizung kann auch in Fahrzeugen zum Einsatz kommen – gerade Elektrofahrzeuge eignen sich besonders.

Die Infrarotheizung besteht aus Matten beziehungsweise Pads in verschiedenen Größen. Darin befindet sich ein stromleitendes Material, das die Oberflächen der Matten aufheizt, die dann Infrarotlicht abstrahlen. Laut Professor Teutsch können die Pads punktuell an verschiedenen Stellen im Fahrgastraum verbaut werden, beispielsweise in den Türen, dem Dach oder der Armatur. Beim Einbau sei darauf zu achten, dass die Matten gut nach außen isoliert sind, damit die Wärme nicht nach außen verloren gehe.

Im Vergleich zu herkömmlichen Heizungen wird nicht die Luft im Raum erwärmt, sondern überwiegend die Oberflächen, erklärt Dr. Kosack. Das spart Energie: klassische Heizungen kommen auf eine Leistung von 4.000 bis 6.000 W, die Infrarotheizung nur auf etwa 1.200 W. Das haben die Wissenschaftler bei ersten Tests in einer Fahrerkabine festgestellt. Auch steht die Wärme schneller zur Verfügung: ein rund einer Minute strahlen die Pads bereits Wärme ab. Ein Auto mit Verbrennungsmotor braucht im Winter wesentlich länger bis die Heizung richtig arbeitet.